856  – das ist die Buslinie von Bonn-Bad Godesberg nach Oedingen. 856 – das ist die Ortsvorwahl eines Gebiets im Südwesten des US Bundesstaats New Jersey. Und – 856 ist das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Grombach, einem kleinen Dorf im Landkreis Heilbronn, das zur Stadt Bad Rappenau gehört.

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Genau genommen tut das aber alles überhaupt nichts zur Sache und hat mit unserer Geschichte rein gar nichts zu tun. Was aber wirklich zählt ist, dass es dieses Jahr genau 856 Flaschen von Markus Eschers neuem Wild Gin gibt – nicht mehr und nicht weniger! Wild Gin, das ist der erste regionale Gin aus den Remstaler Weinbergen, genauer gesagt aus Schwaikheim, einer kleinen Gemeinde rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart.

Wild Gin wurde von Markus Escher und seiner „Edeldestillatmanufaktur Aromenjäger“ ins Leben gerufen und nach 435 Flaschen im letzten Jahr können, oder besser gesagt, konnten in diesem Jahr eben genau 856 Flaschen des edlen Tropfens käuflich erworben werden. Zwar sind 2016 noch einige Flaschen zu haben, doch der Wild Gin ist nichts Alltägliches und dürfte daher auch 2016 wieder ausverkauft sein.

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Die Herstellung von Gin ist grundsätzlich einfach. Außer einem Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Volumenprozent und Wachholderbeeren ist eigentlich nichts fest vorgeschrieben. So entstehen je nach Kreativität des Schöpfers sehr ausgefallene und zugegebener Maßen auch sehr leckere Gin Sorten. Häufig jedoch werden die zur Herstellung benötigten Kräuter und Gewürze einfach beim Großhändler erworben und lediglich in neutralem, aber ebenfalls zugekauften, Alkohol eingelegt. Dies trifft definitiv nicht auf alle Hersteller zu und viele bieten einen großartigen handgemachten Gin an. Häufig jedoch entspricht dies aber nicht unserem Verständnis von „handgemacht“, auch wenn das Marketingkonzept dem Konsumenten das verkaufen möchte.

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Beim Wild Gin ist das anders – er ist eine hochprozentige Liebeserklärung an die Natur und könnte handgemachter fast nicht sein! Die Wildkräuter, die ihm sein besonderes Aroma verleihen, werden mühevoll von Hand gesammelt und sind wild zwischen den Rebstöcken des familieneigenen Weinguts gewachsen. Ursprünglich waren sie lediglich ein Nebenprodukt, um als Zwischenbegrünung im naturnah und ökologisch bewirtschafteten Weingut den Boden aufzulockern und die Rebstöcke besser mit Luft zu versorgen.

Die wundervollen Düfte von Brennnessel, Lavendel, Melisse, Wacholder und vielen anderen Wildgewächsen zwischen den Rebstöcken brachten Markus Escher – eigentlich gelernter Mechatroniker und derzeit Student der Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen – auf die Idee, daraus einen eigenen Gin zu kreieren.

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Da der Alkohol nicht einfach nur zugekauft werden soll wird der Gin nach traditioneller Handwerkskunst in der alten und einst stark vernachlässigten Destille des Großvaters gebrannt in der auch die ebenfalls hervorragenden Destillate seiner Manufaktur „Aromenjäger“ aus regionalen und handverlesenen Birnen, Äpfeln, Trauben, Kirschen oder Wildkirschen entstehen. Das hierfür notwendige Know-how hat sich Markus in einem Kurs für Klein- und Obstbrenner an der Universität Hohenheim angeeignet.

Und wenn auch der ein oder andere Versuch in die Hose ging, bis das perfekte Rezept für das einzigartige Wildkräuter-Aroma gefunden war – der Aufwand hat sich gelohnt! Die letzten Kritiker werden spätestens dann überzeugt, wenn man eine der nummerierten und von Hand abgefüllten Steingutflaschen öffnet und sich ein Gläschen einschenkt. Denn ein Schluck von Markus Eschers Wild Gin ist wie Kurzurlaub im Kräutergarten. Nur für einen Moment die Augen schließen und die Aromen und Düfte auf sich wirken lassen. Die Wildkräuter übernehmen den Rest.

Viel Spaß im wilden Urlaub!

Photo Credits: Marc Schwarz