Hi Lupo, erzähl uns doch mal etwas über euch, wer steckt hinter Weissbrand?

Wir sind Lupo, Luki, Basti und Julian (s. Bild v.l.n.r.). Alle zwischen 22 und 26 Jahren jung. Luki ist der Mann am Glas, Basti die Rampensau, Julian der handwerklich Kreative und ich bin sozusagen der strategisch Kreative. Vor genau 2 Jahren, noch während unseres Studiums, haben wir gemeinsam unsere kleine aber feine Spirituosenmanufaktur „Weissbrand Distilling Co.“ gegründet.

Heute etablieren wir unter dem Begriff „Weissbrand“ (der Begriff ist mittlerweile international als Trademark geschützt) eine neue Spirituosenart, mit der wir die Vision haben, ein exklusives Nationalgetränk für Deutschland zu schaffen. Quasi ähnlich wie der Pisco aus Peru, der Mezcal aus Mexiko oder der Cognac aus Frankreich. Weissbrände bezeichnet seitdem also „handwerklich hergestellte Spirituosen, die aus der Basis von hochwertigem Wein gebrannt werden und anschließend mit natürlichen Bio-Zutaten verfeinert werden“.

birds_journey-hq

Was genau ist das Besondere an „The Wolf“ und „Birds“?

Normalerweise legt man ja Brände aus Wein (Brandy, Weinbrand, Cognac) nach dem destillieren in Holzfässer. Das ist der traditionelle Weg. Wir versuchen durch die Hochwertigkeit des Grundweines, der erst einmal destilliert wird und dann mit einer handverlesenen Auswahl von pflanzlichen Bio-Zutaten für 4 Tage mazeriert und anschließend ein zweites Mal destilliert wird, ein ganz besonderes Aroma zu erzeugen, dass weltweit einzigartig ist. Lustiger weise hat dies vorher in der Form noch niemand gemacht. Das ist schon irgendwie verrückt, aber cool!

Wie seid ihr darauf gekommen „Weissbrand“ zu erschaffen? Man steht ja nicht jeden Tag auf und sagt sich: So, heute will ich eine völlig neue Spirituosenkategorie gründen!

Nun, auch wenn man es denken könnte – diese „Schnapsidee“ ist uns tatsächlich nicht im Vollsuff in einer Kiezkneipe auf dem Hamburger Berg gekommen. Auch auf dem Dachboden unserer Großeltern haben wir leider keine Rezeptur finden können (lacht) und so mussten wir also selbst kreativ werden. Das einzig Gute: Wolfgang, der Vater von Julian und Luki, lebte damals auf einem Weingut. Und so ist uns, als beste Freunde, die Verbindung zum Wein und Schnapsbrennen quasi in die Wiege gelegt worden.

team_ontheroad_zur-destille

Als wir uns während unseres Studiums besser kennenlernten wussten wir, dass wir gemeinsam etwas aufbauen wollen. Vor allem hier hatten wir alle den gemeinsamen Anspruch, nicht einfach nur besser zu sein als andere, sondern gänzlich anders. Da jede Woche gefühlt drei neue Gin-Labels den Markt überfluteten, wollten wir eine neue Nische eröffnen. So entwickelte sich mit der Zeit die Idee von der Craft Spirituose aus Wein in Verbindung mit den pflanzlichen Zutaten (auch neudeutsch „Botanicals“ genannt). So begann alles im Spätsommer 2014 im WG-Wohnzimmer als Büro. Zwischen Klausuren und Hausarbeiten wurde Schnaps zum täglichen Ausgleich. Vor allem der Craft Trend, den man ja auch deutlich im Gin- und Bierbereich feststellen kann, half uns natürlich ungemein dabei eine profitable Nische im Premiumsegment aufzubauen.

Stellt ihr eure Spirituosen völlig in Eigenregie her?

Ja! Julian macht bei uns die Produktion, er fährt jede Woche zur Brennerei und fertigt alles in Eigenregie.

Wie habt ihr angefangen, konntet ihr Gerätschaften und Infrastruktur von Lukis und Julians Vater nutzen?

Leider nein, wir haben komplett bei null angefangen. Wolfgang ist eher der genussvolle Weintrinker und moralische Unterstützer. Haha! Nein, ohne Spaß: Ohne ihn hätten wir nie angefangen Schnaps zu fertigen. Er ist eine Art Wegbereiter.

tw4

Wie ging es dann weiter, inzwischen habt ihr euren Sitz ja auch in Hamburg? Macht ihr das alle hauptberuflich?

Wir haben uns in Hamburg kennen und lieben gelernt und sind daher auch hier im Norden geblieben. Die Destille befindet sich auch nur eine Autostunde süd-östlich von Hamburg entfernt, inmitten von 450 Hektar Obstbäumen. So haben wir einen tollen Ausgleich von Großstadt und Idylle. Wir machen es derzeit alle hauptberuflich, worüber wir wirklich echt froh sind. Die Zeit in der wir eine doppelt- und dreifach-Belastung hatten durch Uni und Nebenjob war ziemlich hart.

„THE WOLF“ ist auf 200 Flaschen pro Charge limitiert, wie hat sich „BIRDS“ seit 2014 entwickelt?

„THE WOLF“ ist ein Liebhaberprodukt und wird dies, nicht zuletzt durch die begrenzte Menge, auch bleiben. Es ist ziemlich schwer den Wein in der geeigneten Qualität und Menge zu bekommen. „BIRDS“ geht hier schon weiter. Die Chargen sind durch unsere Brennblase auf 700 Flaschen begrenzt. Allerdings sind wir hier freier und produzieren derzeit die insgesamt neunte Charge. Es ist großartig zu sehen, dass hier die Nachfrage wirklich stetig steigt und das Konzept Gefallen findet.

Ihr betreibt ja nicht nur die Spirituosen-Manufaktur Weissbrand sondern ihr habt auch wearebirds.tv ins Leben gerufen. Was hat es damit auf sich?

Als wir mit „BIRDS“ auf den Markt kamen, haben die Kunden „BIRDS“ auch pur getrunken, obwohl er eigentlich von uns für die gehobene Barszene (für Drinks) konzipiert wurde und nicht wie „THE WOLF“ als exklusiver Digestif. Wearebirds.tv wurde somit als kreative Drink- und Entdeckungs-Plattform ins Leben gerufen, um zu zeigen, wie vielseitig „BIRDS“ einsetzbar ist. Hier arbeiten wir ausschließlich mit Top-Barkeepern zusammen von dessen Drink-Kreationen wir vollends begeistert sind.

birds-x-german-mule-monaco-logo-6

Wir finden, ihr habt ein grandioses und äußerst stimmiges Marketing. Angefangen vom Produkt- und Verpackungsdesign bis hin zu euren Websites und euren Bildern! Macht ihr das selber, oder habt ihr vlt. Freunde und Partner die euch dabei unterstützen?

Herzlichen Dank! Wir haben alles selbst entwickelt. Ich bin bei uns für das Design und die generelle Kommunikation zuständig und Julian macht großartige Fotos. Da sparen wir uns jede Menge Zeit und Kosten bei neuen Ideen!

Wie trinkt ihr „BIRDS“ oder „THE WOLF“ am liebsten, was sind eure liebsten Drinks?

„THE WOLF“ natürlich als Digestif, immer pur und auf Zimmertemperatur nach dem Essen. „BIRDS“ ist wahnsinnig vielseitig aber unser German Mule (4cl Birds, 2cl Limettensaft, 15cl Ginger Beer) ist ein Klassiker für jede anspruchsvollere Hausbar. Ansonsten ist unser klassischer Sour, der „Angry Birds Sour“ natürlich auch super lecker!

flasche

Wie geht’s weiter? Wollt ihr weiter expandieren, habt ihr schon Pläne für neue Produkte?

Wir wollen natürlich unser heimisches Weissbrand-Konzept in der ganzen Welt bekannt machen. Derzeit verkaufen wir nur in Deutschland und der Schweiz. Das ist schon ziemlich viel Arbeit. Vor Allem zu viert. Für die nächsten Monate haben wir erst einmal das Ziel den Vertrieb zu optimieren und die Marke im Heimatland bekannter zu machen. Da wir völlig eigenfinanziert sind und kein großes Marketingbudget haben gehen wir derzeit viel über soziale Medien und Verkostungen. Aber in uns sprudeln die Ideen!

Habt ihr in nächster Zeit irgendwelche Messen oder Events geplant? Wo kann man euch antreffen?

Wir sind natürlich auch wieder da, wo wir letztes Jahr im Oktober gelauncht haben – beim Bar Convent Berlin (10. – 11. Oktober 2016) Dort feiern wir gleichzeitig auch unser Einjähriges.

img_7902

Wo kann man denn eure Produkte inzwischen überall kaufen?

Unsere Weissbrände gibt es mittlerweile deutschlandweit im gut sortiertem Fach- und Feinkosthandel. (u.A. national im Kochhaus und in den Gourmet Abteilungen von Galeria Kaufhof).

Und zu guter Letzt – Gibt es noch etwas das ihr unbedingt loswerden und uns mitteilen wollt?

Es tut mir so leid, dass ihr so lange warten musstet! 🙁

Photo Credits: Weissbrand