Kategorie: Fashion

  • Timeless Leather – Berufung statt Beruf

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Manche von uns haben das große Glück früh ihre Bestimmung zu finden und eher ihrer Berufung als ihrem Beruf nachzugehen. Eine Aufgabe, die sie bis auf wenige Ausnahmen, jeden Tag voller Motivation und Vorfreude in die Werkstatt, den Laden oder ins Büro fahren lässt. Sebastian von Timeless Leather ist so ein Glückspilz! Sein Werdegang hat sich im Nachhinein betrachtet schon sehr früh abgezeichnet – auch wenn dieser Weg, wie meistens im Leben, nicht der direkte Weg war.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Die meisten von uns verdienen ihr erstes eigenes Geld in jungen Jahren an der Supermarktkasse und kümmern sich um die verstopften Pfandrückgabeautomaten, verkaufen Popcorn an der Kinokasse oder sorgen dafür, dass der Anteil an Ausschuss im metallverarbeitenden Gewerbe ansteigt. Glücklicherweise ist Sebastian gegenüber einer Sattlerei aufgewachsen und so hat es sich irgendwann ergeben, dass er bereits mit elf oder zwölf Jahren mit Leder in Berührung kam und dort sein erstes Taschengeld verdient hat. Aber, manchmal bedarf es im Leben einfach einiger Irrwege damit man seine Bestimmung erkennt und noch viel wichtiger, sie aufgrund gemachter anderer Erfahrungen auch zu schätzen weiß.

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1955″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Und so hat er erst eine Ausbildung als Maschinenschlosser absolviert bevor er erkannte, dass ihn das nicht glücklich macht und er, um sich morgens nicht aus dem Bett quälen zu müssen, etwas Kreatives braucht. Etwas, dass er mit Herzblut und seinen Händen erschaffen kann – denn die Zeit ist zu schade und das Leben zu kurz und kostbar um acht Stunden am Tag etwas zu machen, was einem wenig bis keinen Spaß bereitet.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1952″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Im Anschluss an seine Tätigkeit als Maschinenschlosser zog es ihn also vom harten und kalten Stahl zurück zum weichen und warmen Leder. Bevor es jedoch zu Timeless Leather kam hat er erst noch einige Jahre als Sattler gearbeitet und sich mit seinem Bruder selbständig gemacht. Timeless Leather ist schließlich 2012 entstanden und mit einer Werkstatt gestartet. Inzwischen betreibt Sebastian schon seit drei Jahren auch einen kleinen, toll mit Holzmöbeln eingerichteten Laden in Bonn, in dem es wundervoll nach Leder riecht und in dem man seine Werkzeuge bestaunen kann.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Sebastian wird bei seiner Arbeit lediglich von einem Mitarbeiter unterstützt. Nicht zuletzt, weil der Beruf leider nur noch sehr wenig ausgebildet wird und die benötigten Qualifikationen sehr schwer zu finden sind – erst Recht, wenn man Mitarbeiter sucht, die ebenfalls mit Überzeugung dabei und nicht auf der Suche nach einem 9 to 5 Job sind, der nur dazu dient, die Rechnungen zu bezahlen. Auf keinen Fall vergessen darf man aber seine Frau! Wie so häufig steht zwar auch sie meist im Hintergrund, ist aber dennoch maßgeblich für den Erfolg von Timeless Leather verantwortlich, da sie ihm den Rücken freihält, als helfende Hand zu Seite steht und ihm bei allen Dingen hilft, die sich sonst unendlich auf dem Schreibtisch stapeln würden.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1928″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1933″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]In seiner kleinen Werkstatt fertigt Sebastian neben allerlei Auftragsarbeiten Geldbeutel, Gürtel, Hosenträger und Accessoires wie Armbänder oder Schlüsselanhänger. Das rein pflanzlich gegerbte Leder hierfür stammt überwiegend aus Gerbereien in Deutschland, wo es auch zugerichtet und gefärbt wird. Alles soll so lokal wie möglich bezogen werden. Da dies aber nicht immer ohne weiteres möglich ist, stammt das Pferdeleder aus England oder Italien, wo auch die Gürtelschnallen überwiegend hergestellt werden. Die Geldbeutel werden aufwendig auf alten Maschinen aus den 1960ern gefertigt und um einen, eigentlich so einfachen, Gürtel zu erschaffen benötigt er gut zwei Stunden –  alles daran ist komplett von Hand genäht.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Zwar kann auch er, wie die meisten, mit denen wir uns in letzter Zeit unterhalten haben, ein Umdenken in der Gesellschaft feststellen. Man kauft inzwischen lieber einmal richtig, anstatt jedes Jahr einen Gürtel aus Lederimitat entsorgen zu müssen, weil er gerissen ist oder sich die einzelnen Schichten voneinander lösen. Dennoch ist gerade bei der Laufkundschaft häufig noch ein wenig Überzeugungsarbeit notwendig, bevor den Leuten klar wird, wieviel Arbeit in einem solchen Stück wirklich steckt und der Preis somit vollauf gerechtfertigt ist. Im Nachhinein betrachtet konnten selbst wir uns das nicht richtig vorstellen, bis wir letztes Jahr im Herbst von unseren Freunden von Heldbergs zu einem Gürtelworkshop eingeladen wurden und dort selbst einen Gürtel von Hand nähen durften. Stundenlang haben wir versucht eine halbwegs saubere Naht hinzubekommen, die nicht bei der kleinsten Belastung wieder aufgeht und dabei unter äußerster Anstrengung viel Schweiß und irgendwann sogar Blut vergossen. Selbstverständlich geht das einem Profi wie Sebastian inzwischen viel leichter von der Hand, dennoch waren die Blasen an unseren Fingern für uns Beweis genug, dass man eben nicht mal kurz in ein paar Minuten einen qualitativ hochwertigen Gürtel herstellt und solche eine Qualität eben ihren Preis haben muss!

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1937″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1948″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Ähnlich wie bei seinen Produkten und Lieferanten legt Sebastian auch bei seinen Partnern viel Wert auf „Klasse statt Masse“. Bei den langfristig ausgelegten Kooperationen müssen die Inhaber Sebastians „Geist“ teilen, ebenso begeistert sein und nicht zuletzt muss das Produkt zum Rest des Sortiments passen. Und so sind die Produkte inzwischen zwar in Deutschland und der Schweiz auch bei Retailern zu erhalten – aus oben genannten Gründen aber eben nur bei wenigen ausgesuchten Partnern.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Sebastian ist zweifelsohne einer der Besten seiner Zunft, denn er liebt den Werkstoff. Liebt es, das Leder zu fühlen und damit zu arbeiten. Nicht ohne ein kleines Lachen im Gesicht erzählt er uns, dass er sich noch gut an die Zeit als Maschinenschlosser erinnern kann und die Entscheidung jederzeit wieder treffen würde. Wir wünschen ihm, dass er sich weiterhin jeden Morgen voller Vorfreude auf seine Werkstatt und seinen Laden aus dem Bett schwingt und sich seine Begeisterung beibehalten kann.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

  • Whytes – alles andere ist Schnickschnack

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Während ich hier sitze und beginne die ersten Zeilen über Whytes zu schreiben kommt ein spontaner Gedanke auf. Ok, ich habe die Schachtel noch nicht ausgepackt und werde erst in ein paar Minuten hineinschauen. Aber mein aller erster Gedanke war: „wozu braucht es noch ein Start-Up, dass weiße T-Shirts verkauft? Weiße Shirts bekomme ich doch wirklich überall!“ Gott sei Dank täuscht der erste Eindruck manchmal und ich nehme sofort alles zurück – erst Recht nachdem ich die Schachtel geöffnet habe![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1775″ img_size=“full“ onclick=“link_image“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Im Grunde genommen habe ich selbst schon die Erfahrung gemacht, dass es nicht so leicht ist wie es klingt, ein anständiges weißes T-Shirt zu finden. Sucht man nach wirklich guter Qualität findet man häufig nur Unterwäsche und Hemden, die man nur als Unterhemd tragen kann. Schlendert man auf der Suche nach einem brauchbaren weißen T-Shirt durch die Fußgängerzonen ist es fast aussichtslos etwas Anständiges zu bekommen – fast so wie in Deutschlands Großstädten bei einem der Fastfood Riesen etwas Gesundes zum Essen zu bekommen. Abgesehen davon, dass die kleinen und besonderen Läden häufig aus dem Stadtbild verschwunden sind und mittlerweile alle Fußgängerzonen gleich aussehen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Bei der Suche nach einem weißen T-Shirt stößt man leider häufig nur auf die üblichen Verdächtigen, die als eine der wenigen simple weiße T-Shirts anbieten, die nicht nur als reines Unterhemd taugen würden. Aber wenn man sich nur ein wenig mit der Herstellung und den Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten beschäftigt, kann man das guten Gewissens nicht kaufen. Zudem halten diese Shirts meist nur zwei bis drei Waschgänge aus um danach völlig verzogen zu sein und in der Form eher einem modernen Kunstwerk zu gleichen als einem anständigen T-Shirt. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, was braucht Mann mehr als ein weißes Shirt und eine anständige Jeans? Alles andere ist Schnickschnack!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Whytes, das ist ein kleines Fashion Startup aus München mit einer einfachen aber genialen Mission – das perfekte weiße T-Shirt zu erschaffen. Hinter Whytes stehen mit Leidenschaft und Kreativität Nadia Botzenhard und Thomas Escher. Nadia, die als professionelle Fashiondesignerin schon seit 2009 in New York’s Modeindustrie gearbeitet hat und auch heute noch für zahlreiche Europäische Modelabels tätig ist. Und Thomas, der preisgekrönte Marketingstratege, der nach 12 Jahren im digitalen Marketing ebenfalls New York den Rücken gekehrt hat, um mit Nadia Whytes zu gründen und das Marketing zu übernehmen.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1784″ img_size=“full“ onclick=“link_image“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Ohne ein besonderer Modekenner zu sein ist es vermutlich in der Mode wie beim Kochen. Häufig ist es besonders schwierig gerade die einfachen Sachen richtig gut zu machen und so zeichnen manchmal die wirklich einfachen Sachen wahre Könner ihres Fachs aus. Oder warum widmen sich immer mehr und mehr Meisterköche Currywurst und Co.?[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1780″ img_size=“full“ onclick=“link_image“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Um das Einfache perfekt zu machen sind die beiden jedoch einen etwas anderen Weg gegangen der ebenso einfach wie genial ist. Sie haben nicht etwa wie viele andere im stillen Kämmerlein ein Produkt entwickelt und anschließend geschaut, wie es am Markt ankommt, sondern haben sage und schreibe 379 Fashion-Blogger aus aller Welt zu Rate gezogen, die als Whytes Co-Creators fungierten. Nach gut 18-monatiger Vorbereitungsphase ging dann Whytes schließlich im Dezember 2015 an den Start. Jedes einzelne T-Shirt wird inzwischen nach strengen Vorgaben in Deutschland handgefertigt. Weil neben Optik und Qualität natürlich auch Sitz und Passform eine wesentliche Rolle für das perfekte weiße T-Shirt spielen werden die Shirts in 12(!) Verschiedenen Größen angeboten. Für jede der sechs Standardgrößen gibt es eine Langversion, die 3,5 cm länger ist als die normale Standardgröße Somit kann sichergestellt werden, dass die Shirts jedem optimal passen und auch Männer fündig werden, die sonst Schwierigkeiten haben richtig sitzende Shirts zu finden, weil sie etwa über 1,90 sind oder eine etwas athletischere Figur haben.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Nun aber zurück zum oben erwähnten Päckchen, das ich inzwischen vorsichtig ausgepackt habe und mir ein „Chapeau-sagendes Grinsen“ nicht verkneifen kann. Das Shirt kommt in perfekt gestyltem, hochwertigen Karton mit kleiner handschriftlicher Widmung und ist nochmals fein säuberlich in Papier verpackt. Der kleine „hug me.“ Aufkleber, der alles zusammenhält zeugt von Kreativität und Liebe zum Detail. Ich nehme das strahlend weiße T-Shirt aus seiner Verpackung und unweigerlich trommelt ein Bruce Springsteen Hit von innen gegen mein Trommelfell – auf einmal verstehe ich „The Boss“ und weiß, warum er gefühlte Jahrzehnte nie etwas anderes als ein weißes T-Shirt getragen hat.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Einmal angezogen spürt man gleich, dass es sich hierbei nicht um ein 0815-Shirt handelt. Alles sitzt! Die Ärmel liegen leicht am Bizeps an und das Shirt trägt sich angenehm weich wie eine, nicht zu eng anliegende, zweite Haut. Alles einwandfrei verarbeitet und das Whytes Label ist für Interessierte zwar sichtbar aber in keinster Weise zu aufdringlich.

    Ich muss schon sagen: feines Stöffchen![/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1804″ img_size=“full“ onclick=“link_image“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Inzwischen habe ich das Shirt einige Male getragen und um wieder den Vergleich zum Kochen zu ziehen kann ich sagen: die Shirts von Whytes sind definitiv kein gut verpacktes Fastfood, sondern die Currywurst vom Gourmetkoch. Einfach, klassisch, aber handwerklich absolute Spitzenklasse und daher vollstens zu empfehlen!

    Die Shirts erhaltet ihr sowohl im eigenen Onlinestore als auch in ausgewählten Partner Stores unter anderem in München, Köln, Freiburg und Frankfurt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Photocredits by: Richard Jay, Francis Kenneth, Whytes und Craftwort

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

  • Ehrliche Handarbeit made in Germany – 877 Workshop

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Es ist ein nebliger und verregneter Sonntagnachmittag im Januar, ich sitze in meinem Arbeitszimmer, lausche der großartigen Musik von Black Rebel Motorcycle Club und lasse den Besuch bei 877 Workshop in Hamburg revuepassieren. Kurz habe ich überlegt etwas Anderes aufzulegen, aber etwas Anderes würde nicht passen. Es muss das raue und ungeschliffene von BRMC sein, denn Sylvia und Daniel von 877 Workshop machen Accessoires für Männer – Accessoires mit einem ebenso einzigartigen, rauen und ungeschliffenen Charakter wie die Musik von BRMC.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Inzwischen ist es schon gut fünf Monate her, dass ich die beiden im August in Hamburg besucht habe. Der Artikel ist längst überfällig, doch irgendwie ist immer etwas dazwischengekommen und ich habe nie die Ruhe gefunden mir dafür Zeit zu nehmen. Gut, in letzter Zeit ist sehr viel passiert und die Zeit war tatsächlich mehr als knapp. Aber wenn ich es mir recht überlege war ein Grund dafür auch, zumindest unterbewusst, dass ich von vorne herein wusste, dass ich mit diesem Artikel den beiden und ihren Produkten vermutlich nicht gerecht werden kann.

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1445″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Bereits vor meinem Besuch bei Sylvia und Daniel wusste ich, dass sie sehr viel Zeit in jedes ihrer Stücke investieren. Wie viele Arbeitsschritte und Detailarbeit aber allein in einer kleinen Niete, einem Knopf, geschweige denn in einer Gürtelschnalle stecken… Ich hatte ja keine Ahnung!!!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1446″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Bei meinem relativ kurzfristigen Besuch, bei dem ich eigentlich nur auf der Durchreise war, durfte ich zwei sehr nette Menschen kennlernen, die sich sehr viel Zeit genommen haben um mir alles im Detail zu erklären. Man merkt sofort wie sehr die beiden von ihrer Arbeit begeistert sind und wie sehr sie das lieben, was sie tun. Wir sind sofort nett ins Gespräch gekommen und haben viel über alte Handwerkskunst, ihre Besuche bei alten Meistern und den Entwicklungen in der „Craft-Szene“ gesprochen.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Die beiden sind begeistert von alten und fast vergessenen Arbeitstechniken und kombinieren diese mit modernen und frischen Designs. Das Tolle daran ist, dass sie gar nicht versuchen alles industriell perfekt zu machen – jedes Accessoire ist ein kleines Unikat und die Einzigartigkeit ein Teil ihrer Philosophie. So hat jedes Stück verwendete Leder seine ganz eigene Farbe, Struktur, Falten oder gar Narben. Jedes Stück Metall hat seine eigenen Bearbeitungsspuren und nicht selten kommt es vor, dass das ein oder andere Stück auch etwas windschief ist. Aber das ist gewollt und genau das macht die Kreationen der Beiden so besonders. Keines gleicht exakt dem Anderen, alles hat seinen eigenen Charakter. Handwerk und Handarbeit sind eben selten perfekt und sollen es auch nicht sein. Man erschafft schließlich etwas durch Hingabe und Menschenhände und nicht durch Roboterarme – und das soll man gefälligst auch sehen!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Sylvia und Daniel fertigen auf alten Maschinen Gürtel, Armbänder, Schlüsselanhänger, Siegelringe und vieles mehr. Wenn Mann bisher nicht wusste, dass er Accessoires benötigt – sobald Mann sich etwas näher mit den Produkten von 877 Workshop beschäftigt weiß Mann es! Ich war mir bisher definitiv sicher, weder ein Armband noch eine Markttasche zu benötigen – aber so kann man sich täuschen!

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1453″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Egal ob Verschlüsse, Gürtelschnallen oder Nieten, alle Metallteile sind handgefertigt. Die Stücke werden teilweise auf Maschinen hergestellt, die als Museumsleihgaben zur Verfügung gestellt werden und die, diese Herstellungsweise erst möglich machen. So wird diesen alten, ehrwürdigen Maschinen, wie der Drehbank von 1928 oder der, dagegen fast schon neuen Graviermaschine aus den 1960ern, wieder eine Aufgabe gegeben und die Stücke werden zu etwas ganz Besonderem.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“1454″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]

    Bei Sylvia und Daniel kann man sich darauf verlassen, dass alles handgemacht ist. Die Gürtelschnallen werden nicht im Großhandel bestellt, sondern werden mühevoll nach einer Jahrzehnte alten Methode einzeln in einer Sandform gegossen, wobei für jede Schnalle eine neue Form hergestellt werden muss. So ist es selbstverständlich, dass die Lieferanten, der Teile, die hinzugekauft werden müssen, den selben hohen Ansprüchen gerecht werden müssen und die Materialien fast ausschließlich von Lieferanten aus Deutschland stammen. Das pflanzlich gegerbte Leder beispielsweise, wird einzeln ausgesucht und ist nur in geringen Mengen verfügbar. Es stammt von einer kleinen, familienbetriebenen Gerberei die bereits 1875 gegründet wurde und heute bereits in der 5. Generation betrieben wird. Die dort angewendete, traditionelle Art zu Gerben ist mit einer Dauer von mindestens acht Wochen deutlich aufwendiger als es heute in der Industrie üblich ist. Aber Qualität und Optik sprechen für sich und ist bis heute fast unerreicht.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/3″][vc_column_text]

    Unter all den schönen Produkten die Sylvia und Daniel erschaffen, haben mir zwei ganz besonders gefallen. Zum einen die Decke im Military Design die, wie könnte es auch anders sein, aufwendig auf speziellen (Jarquard-) Webstühlen hergestellt wird um diese besondere Musterung zu erhalten. Wenn man sich die Decke anschaut träumt man unweigerlich davon, bei Sonnenuntergang einfach rechts ranzufahren, den Highway hinter sich zu lassen, von seinem Bike abzusteigen und ein Lagerfeuer für die Nacht anzuzünden– sozusagen der wollene Traum von Freiheit. Das Highlight waren für uns als absolute Fans alter Porsche Sportwägen aber die, ebenfalls aus feinstem Leder hergestellten, Untersetzer im Fuchsfelgen-Design. So lässt sich das Craftbier stilecht genießen und nebenbei von einem alten 911er träumen – vielleicht reicht es ja irgendwann wenigstens mal für einen 912er. Grandiose Idee!!!

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“2/3″][vc_single_image image=“1526″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Auf dem Album ist nun der letzte Song angebrochen und die Platte klingt mit einem akustischen Stück langsam aus. Ich hoffe wenigstens halbwegs der bewundernswerten Arbeit gerecht geworden zu sein und wünsche den beiden weiterhin so viel bemerkenswerten Mut und Leidenschaft für ihre Arbeit.

    Auf Bald!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1450″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1452″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1455″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row]

  • Holz auf der Nase statt Brett vor’m Kopf

    Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, in der eure Uhr nur eine Funktion hatte, mit einer Batterie gefühlt ein Leben lang überlebte und in der ihr noch lieber mit Menschen als mit ihr gesprochen habt? Gönnt eurem Handgelenk ’ne Pause, denn Cheesy präsentiert warmes Holz in Zeiten von kaltem Beton und eisigem Metall. Also schickt eure Apple Watch zurück, ruft eure Freunde von damals an und dann ab an den Tresen für Minimum 3 kühle Blonde….aber erst nach der folgenden Lektüre. 

    Gegossen aus Metall? Geformt mit Beton? Warum nicht einfach Holz? Es ist warm, fühlt sich gut an und erinnert uns in einer hektischen Welt an die Ruhe der Wälder. Vor ein paar Jahren noch ein Exot, tummelt sich Cheesy heute auf einem breiten Markt für Accessoires aus Holz – Ringe, Ketten, Ohrringe, Brillen und eben Uhren. Wir haben uns mit Jan vom Accessoires Startup Cheesy über Holz, Globalisierung und Design inspired by „Einfach-Mal-Machen“ unterhalten.

    Der Real-Life Michel aus Lönneberga

    Jan ist 27 Jahre alt, bastelt gerade fleißig an der Masterarbeit und verbringt seine Zeit bei einem weltbekannten Automobilhersteller. Klingt bis dato nicht spektakulär, aber wenn man seine Werkstatt sieht und von allen Seiten von Sonnenbrillen, Uhren und Accessoires angestrahlt wird, bekommt spätestens der Letzte mit, dass hier mehr geht als Reihenhaus und Firmenwagen. Jan ist Gründer mit Ideen und Arsch in der Hose ohne dabei gezwungen auf mächtig hipp zu machen. „Ich habe viel mit CAD gearbeitet und den damit den internen Designprozess betreut, was sich mit Cheesy sehr gut ergänzt hat. Dadurch konnte ich 3D-Modelle erstellen, die man später dann für eine Produktion zwingend benötigt.“

    Wie kommt man eigentlich als Ingenieur darauf sein eigenes Label zu starten? Darf man das überhaupt?

    Die Geschichte klingt wie eine Mischung aus Inspector Gadget, McGyver und Michel aus Lönneberga. Es war ein kalter Tag in einer Hütte irgendwo in Kanada. Jan war eingeschneit und musste sich irgendwie beschäftigen. Also setzte er sich dort an die Werkbank, schnappte sich eine handvoll Holz und spielte mit Säge, Fräse und Drechsel. Am Ende hielt er den ersten Prototyp in der Hand. Dieser lag dann noch ein paar Jahre in seiner Schublade bis Jan das Projekt wiederbelebt hat und aus einer Idee Realität wurde.

    Große Ideen brauchen keine großen Investitionen

    Wer Ideen hat, braucht nicht zwangsläufig die großen Investitionen, um diese zum Leben zu erwecken. Bootstrapping nennt das der geneigte Startup-Yuppie von heute und meint damit die Unabhängigkeit von externen Investoren. Vielmehr geht es beim Bootstrapping um den schnellen und günstigen Einstieg in das Geschäftsfeld. Im Fall von Jan hieß das Uhren bauen, verkaufen, mit dem Gewinn neue Uhren bauen und wieder verkaufen. Und diesen Zyklus solange durchziehen bis ein Unternehmen entstanden ist. Berühmte, aktuelle Vorbilder dieser Methode sind z.B. GoPro, GitHub und TechCrunch aus dem Tech-Sektor und unzählige kleine Craft-Labels, wie eben Cheesy.

    8484_1684875025104601_5893733258601065875_nCraft made by Passion and Eigenkapital

    Wenn man Jan auf das Thema Bootstrapping anspricht, fängt er an zu grinsen und man merkt ihm an, dass das genau seine Methode ist. Langsamer wachsen und stets der eigene Chef bleiben. Selber entscheiden, welche neue Designs man testen möchte, welche Events man mit starten will oder wie man Marketing macht. Jan ist ein Chamäleon und probiert gerne neue Sachen aus. „Das wäre mit einem Investor so nicht möglich. Denn nicht jedes Design ist extrem rentabel und manchmal baue ich Modelle nur, weil ich sehen möchte wie diese funktionieren.“

    Aus seinem Kerngeschäft mit Uhren aus Holz wurde so über die Zeit ein Portfolio mit verschiedensten Accessoires, wie Sonnenbrillen (übrigens mit sehr intelligentem Glaswechselmechanismus) oder Handyhüllen. Und aus den Kontakten, die er über die Zeit geknüpft hat, wurden neue Potenziale erweckt und direkt umgesetzt.

    Plattform statt Backform

    So geschehen in diesem Jahr mit der Stylekantine. Denn nicht nur Jan und sein Holz, sondern viele weitere Designer, Blogger und Fashioninteressierte fanden den Weg in die Mensa der Universität Stuttgart, um individuelle Designs zu ergattern und kleine Labels zu feiern. Jan hatte diesen Design-Blogger-Fashion-Markt mit einem Freund, ebenfalls Designer, hochgezogen. „In Stuttgart gibt es bestehende Events in dieser Richtung, aber wir wollten dem ganzen einen neuen Charakter geben. Einfach etwas anderes.“

    50 Aussteller aus den Bereichen Fashion | Design | Accessoires | Sport und etliche Blogger waren am Start und belebten einen Ort, an dem sonst Plastiktabletts mit günstigem Essen befüllt werden, zu neuem Leben. Das Credo der Stylekantine liegt dabei neben Style, Individualität und Design, vorallem auf Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen.

    Global Player mit Kaputzenpulli

    „Die Qualität war einfach besser und gleichzeitig achte ich sehr stark darauf, dass die Arbeitsbedingungen fair sind. Ich hatte verschiedenste Produktionen in Deutschland und im Ausland getestet und musste mir eingestehen, dass Qualität, Service und Arbeitsbedingungen in China am Besten waren.“ Die Globalisierung hat viele Schattenseiten und wird sehr oft für höhere Margen bei viel schlechteren Arbeitsbedingungen genutzt. Jan geht da einen anderen Weg und beweist, dass Qualität, Wirtschaftlichkeit und Fairness gleichzeitig machbar sind. Seine Produktion liegt im Ausland und das Design kommt aus seiner Werkstatt in der Nähe von Stuttgart.

    „Ich bin nach China gereist und habe mir verschiedene Betriebe angeschaut und mich relativ schnell für meinen Lieferanten entschieden. Am Anfang war ich zwar etwas skeptisch und hatte vor der ersten Lieferung Bedenken, dass das was ich als Vorlage gesendet habe, so umgesetzt, in hoher Qualität, geliefert wird. Doch als ich das Paket öffnete war ich begeistert.“

    Wer hat an der Uhr gedreht…

    Jan ist ein Bastler und kommt dadurch immer wieder auf neue Ideen. Seine aktuellste ist ein Ziffernblatt auf einer Schieferplatte. Was er als nächstes macht, weiß er noch nicht und lacht bei der Frage, ob Holz nur der Anfang ist. „Ich denke Holz ist ein sehr schönes, warmes Material aus dem man viel machen kann. Aber es gibt noch viele spannende Projekte, die mir im Kopf herumspuken. Ich produziere ja heute schon Kunststoffbrillen und möchte in Zukunft noch weitere Dinge ausprobieren.“

    Jeder kennt das Gefühl: Als Kind wolltest du immer schnell erwachsen werden und heute wünschst du dir nichts mehr als deine Kindheit zurück. Du kannst diese bewahren, indem du wieder mehr entdeckst, mehr mit deinen eigenen Händen erschaffst und mit den Menschen da draußen teilst. Aber genug mit Glückskekssprüchen für heute. Es wartet meine Carrera-Bahn und eine große Tasse heißer Kakao.

    ÜBRIGENS: Ihr bekommt die Kollektion von Cheesy im Netz und bei ausgewählten Einzelhändlern.

     

    Das Interview führte Pascal

    Photo Credits: Cheesy