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  • Heldbergs – Richtig gutes Zeug

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Wenn wir mal kurz in uns gehen und ehrlich zu uns sind, dann haben inzwischen viele von uns ein ziemlich langweiliges Leben. Wir pendeln tagein, tagaus im Zombiemodus ins Büro, verweilen dort acht oder neun Stunden, damit wir keinen schlechten Eindruck beim Chef hinterlassen und begeben uns dann wieder in den Stau oder zur überfüllten und verspäteten S-Bahn. Unvorhergesehenes, Überraschendes oder gar Aufregendes passiert im Alltag nur den Wenigsten von uns.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Das größte Abenteuer erfahren wir höchstens, wenn wir auf dem Weg zur U-Bahn in einen Regenschauer geraten und das Aufregendste unserer Woche ist ein kleiner Auffahrunfall an der Ampel gegenüber, den wir beobachten, als wir schlaftrunken und unmotiviert aus dem Bürofenster starren. Und auch um unsere Kids steht es teilweise nicht viel besser. Letztens bin ich zufällig auf einen erschreckenden Artikel gestoßen, demnach ist jedes zweite Kind zwischen vier und zwölf Jahren noch nie auf einen Baum geklettert und inzwischen verbringen Kinder teilweise bis zu sechs Stunden täglich vor dem Fernseher. Wenn ich da an meine „Abenteuer“ im Wald und an diversen Bächen denke, empfinde ich ganz ganz großes Mitleid mit diesen Kindern![/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1623″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Wir müssen also raus – und zwar alle!!! Wir müssen über einen See paddeln, unser Fahrrad schnappen oder mal wieder Wandern gehen. Wir müssen unter freiem Himmel schlafen und die frische Luft genießen. Wir müssen tief einatmen, Holz hacken gehen, ein Lagerfeuer machen, Marshmallows grillen, etwas schnitzen, Kaffee auf offenem Feuer kochen, schlechten Wein aus Emailletassen trinken und dem Regen lauschen, der auf das Zelt prasselt. Wir müssen unseren Kids die Sternenbilder erklären, ein Buch in der Hängematte lesen und dabei einschlafen, wenn uns die tiefstehende Sonne ins Gesicht scheint – und zu guter Letzt: lasst uns nicht vergessen wieder in Pfützen zu springen und auf Bäume zu klettern![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1624″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Alles was wir dazu brauchen, gibt es direkt vor der Haustür – und wenn uns doch noch etwas für das Abenteuer fehlt, gibt es Heldbergs! Dort bekommt ihr sowohl die notwendige Inspiration als auch die richtigen Produkte. Wir durften einige Produkte bei unserem letzten Island Trip testen und hatten riesigen Spaß damit! Wir hatten längst vergessen, wie großartig es ist einfach mal mit der Steinschleuder auf ein paar alte Dosen zu schießen oder wie entspannend es sein kann, sich etwas zu schnitzen. Ob Kaffee, Wein oder Craft Bier – aus der Heldbergs Tasse schmeckt einfach alles nach Abenteuer und ob ihr es glaubt oder nicht, aus der robusten Klean Kanteen Edelstahlflasche mit feinem Heldbergs Logo im Deckel schmeckt das klare, isländische Wasser noch ein klein wenig besser.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Heldbergs ist ein noch relativ junger Onlineshop bei dem schon das Durchstöbern zum kleinen Abenteuer wird. Dort finden wir alle Produkte, die den Mann wieder zum Kind werden lassen, die uns zu Königen der Küche machen, die uns dabei helfen unsere Geschichten niederzuschreiben, die uns zum Helden für unsere Kids machen oder die wir einfach nur für ein gelungenes Abenteuer in der Natur unbedingt brauchen. Es geht also nicht nur um die Erlebnisse in der Natur, aber gerade dieser Teil begeistert uns besonders. Auch wenn Dinge, wie das Eisenbahn Frühstücksset mit Eierschranke und kleinem Salzexpress oder die Spielzeugautos im Renndress aus Holz wirklich grandios sind.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Die Idee zu Heldbergs hatte 2013 Volker Habermaaß, der zuvor lange Zeit in Japan verbracht hatte und sich dort von der großen und langen Tradition japanischer Handwerkskunst inspirieren ließ. Heldbergs ist in Bad Rodach, einer kleinen Stadt im oberfränkischen Landkreis Coburg ansässig und ist Teil der HABA-Firmenfamilie. Bereits vor mehr als 75 Jahren wurde hierzu der Grundstein gelegt, als der Großvater Eugen Habermaaß eine Fabrik für feine Holzspielwaren gründete. Die Idee aus Japan mitgebracht wurde Heldbergs 2015 schließlich zu einem neuen und ganz besonderen Vertriebszweig.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1615″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Inzwischen arbeitet ein kleines Team von vier Mitarbeitern bei Heldbergs von denen jeder Einzelne das Lebensgefühl Heldbergs lebt und nicht einfach nur seinem „Job“ nachgeht. So ist man nicht nur ständig auf der Suche nach weiteren, tollen Produkten um das Sortiment kontinuierlich zu erweitern – um die perfekte Steinschleuder anbieten zu können geht man schon mal selbst für einige Zeit in den Wald und sucht die Astgabeln einzeln zusammen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1613″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Aber nicht nur an der Auswahl der Produkte erkennt man die Leidenschaft mit der bei Heldbergs gearbeitet wird – auch an den lebendigen Fotos, die meist im hauseigenen Fotostudio oder natürlich unter freiem Himmel entstehen und nicht selten Teile des Teams zeigen, wie die hauseigenen Produkte mit großer Begeisterung getestet werden. Für Regentage oder anstatt Abende vor dem Fernseher sind besonders die „Heldbergsstories“ zu empfehlen, wo im besten Stile Craftworts schon mal über den Zustand unserer Kaffeekultur sinniert wird.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Fast alles, was im Shop zu haben ist, wurde vorher ausgiebig getestet und ist besonders bei Volker Habermaaß, der Heldbergs in besonderem Maße lebt und verkörpert, zuhause zu finden. Daran sollten sich einige Unternehmer übrigens ein Beispiel nehmen! Wenn nur der ein oder andere Firmenchef ab und zu gezwungen wäre, die eigenen Produkte zu nutzen, müssten wir Verbraucher uns mit deutlich weniger schlechten Produkten zufriedengeben. Aber das ist ein anderes Thema…[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Für uns eignet sich Heldbergs besonders toll, um seltene Geschenke zu finden und gleich ein Abenteuer mit zu verschenken. Sei es die wundervoll aussehende Salami Guillotine, das Boule Set mit Holzkugeln für generationsübergreifende Partien, die schöne Werkzeugkiste oder das Küchenset mit Hackbrett und Axt. Wir jedenfalls planen jetzt unseren nächsten Wochenendtrip in der Natur und überlegen nun, ob wir uns nicht die wundervoll designten Paddel von Sanborn bestellen müssen und vor allem, was wir damit anfangen könnten – wo wir doch leider kein Kanu besitzen. Wir sind dann mal draußen und ihr besucht am besten gleich www.heldbergs.com!!![/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1614″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1630″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1627″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1626″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1621″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1619″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][vc_column width=“1/6″][vc_single_image image=“1616″ img_size=“full“ onclick=“img_link_large“][/vc_column][/vc_row]

  • Torschnaps – die Wiederbelebung alter Tradition

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Schnaps ist etwas für alte Leute, für unseren Opa – eventuell noch für unseren Vater. Dass das nicht schmecken kann sieht man schon am schrecklich verstaubten Design, das vermutlich seit 1952 nicht mehr verändert wurde. Neue Inhaltsangaben wurden einfach mit einem, von Hand beschriebenen, Aufkleber notdürftig überklebt. Schnaps schmeckt ja auch keinem und dass er nach dem Essen zur besseren Verdauung dienen soll ist erwiesener Maßen ein Gerücht. Die Selbstgebrannten bergen zudem noch die Gefahr blind zu machen – besten Falls verätzt es einem nur die Speiseröhre. Dieses Gefühl sein eigenes, ganz persönliches Kryptonit gefunden zu haben kennt vermutlich jeder von uns. Auch ich war mir das ein oder andere Mal, zumindest kurzfristig, überhaupt nicht mehr sicher ob ich nicht gerade dabei bin mein Augenlicht zu verlieren.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Aber das ist nur ein Vorurteil und leider das weitläufige Image von Schnaps – ein aus unserer Sicht völlig falsches Image! Doch die Anzahl der Schnapstrinker und damit auch die Anzahl der Brennereien nimmt schon seit Jahren ab. Eine Renaissance ist derzeit nicht in Sicht. Im Moment stürzt man sich lieber darauf, in jedem Dorf ab 5000 Einwohnern eine eigene Craft Bier Brauerei zu haben oder einen eigenen Gin auf den Markt zu bringen – von gutem, klassischen Schnaps ist weit und breit nichts zu sehen obwohl wir dafür eigentlich alle Voraussetzungen hätten. Schließlich ist Schnapsbrennen gerade in Süddeutschland eine uralte Tradition. Bereits 1726 wurde vom Bischof von Straßburg allen Untertanen gestattet Kirschen zum Eigengebrauch zu brennen.

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1573″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Die heutige Gesetzesgrundlage geht auf die 1922 vorgenommene Gesetzesänderung des 1918 erstmalig erlassenen Branntweinmonopolgesetzes zurück. Somit gelten für Klein- und Obstbrenner auch heute noch die fast 100 Jahre alten Bestimmungen. Für Kleinbrenner ist die jährliche Menge auf 300 Liter Alkohol gesetzlich limitiert und der Brennkessel darf lediglich eine maximale Füllmenge von 150 Litern aufweisen.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1578″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Klein- und Obstbrenner sind hauptsächlich in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz anzutreffen. Allein die Streuobstwiesen in Baden-Württemberg zwischen Neckar und Alb bilden mit einer Fläche von etwa 26.000 ha und ca. 1,5 Millionen Obstbäumen eine der größten Streuobstlandschaften Europas. Doch für die Zukunft vieler Kleinbrenner sieht es ziemlich düster aus und die Gewitterwolken sind nicht erst seit gestern deutlich am Horizont zu sehen. Grund dafür ist das Ende 2017 auslaufende staatliche Branntweinmonopol, was unter anderem zur Folge hat, dass anfallende Steuern nicht mehr mit Alkohol bezahlt werden können. Seit Jahrzehnten subventionierte der Staat kleine Brennereien dadurch, dass er ihnen den Alkohol zu horrenden Preisen abkaufte, die so am Markt nicht zu erzielen sind.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Auch wenn diese Praxis, die Steuern zu entrichten, in den letzten Jahren rückläufig war und nicht jede Brennerei dies so gehandhabt hat ist es dennoch fraglich, wie viele kleine Obstbrennereien das nächste Jahr überleben werden – Kreativität ist gefragt um den produzierten Rohalkohol loszuwerden damit die nicht ohnehin schon zurückgehende Anzahl der kleinen Obstbrennereinen noch weiter drastisch sinkt!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Tradition, Jahrzehnte altes Wissen sowie alle notwendigen Anlagen und Gerätschaften – eigentlich ist alles vorhanden. Aber, Schnaps bleibt häufig verachtet und uncool! Auf die Idee daran etwas zu ändern kamen Jonas Vietense und Michael Rathgeb – sie sind sozusagen in guter Mission unterwegs. Beide sind eigentlich nicht aus der Spirituosen Branche und verdienen ihren Lohn als Grafikdesigner oder im Marketing und haben mit ihrem Vorhaben absolutes Neuland betreten. Aber sie wollten diese alte Kultur wiederbeleben und eine neue und moderne Marke erschaffen. Mit Torschnaps und ihrer ersten, auf 333 Stück limitierten, Edition ist ihnen das gleich hervorragend gelungen.

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1580″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Der Weg dorthin war allerdings nicht ganz so leicht, auch wenn das Projekt schließlich schnell umgesetzt wurde. Bei vielen Brennereien ist man zunächst auf Unverständnis gestoßen. Häufig wurde nicht verstanden warum es eben nicht das Ziel sein kann, das bereits bestehende Standardprodukt einfach nur in andere Flaschen abzufüllen und dem Kind einen anderen Namen zu geben. Nach langer Suche nach einem geeigneten Partner, der sich auf die beiden einlässt und Lust darauf hat ein neues Produkt zu entwickeln, sind die beiden auf das Weingut Zimmerle in Korb gestoßen. Ein renommiertes und alt eingesessenes Weingut, das bereits seit 1647 existiert und in dem die beiden den idealen Partner zur Verwirklichung ihres Projekts gefunden haben.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1582″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Daraus entstanden ist ein wirklich edler, fruchtiger und sehr milder Obstbrand in modernem Gewand. Gebrannt wird der Torschnaps aus Mirabellen von schwäbischen Obstwiesen – etwa 10% werden zuvor drei Jahre lang in Eichenfässern gelagert, was dem Schnaps das gewisse Etwas verleiht ihn aber nicht zu aufdringlich und schwer werden lässt. Zugegebener Maßen, er ist nicht ganz billig. Doch die aufwendige Herstellungsweise rechtfertigt den Preis voll und ganz. Nicht nur, dass das verwendete Obst feinsäuberlich handverlesen wird – auch die Etiketten, des an die Waben eines Fußballs angelehnten Designs, werden einzeln von Hand aufgeklebt.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Zudem können wir garantieren, dass er jeden Cent wert ist. Was das angeht könnt ihr uns vertrauen, wir haben schon den ein oder anderen Schnaps probiert – der Torschnaps ist geschmacklich ganz weit vorne! Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die erste Auflage bereits fast ausverkauft ist. Weitere Auflagen und Projekte mit anderen Brennereien sind derzeit bereits in der Planung und wir dürfen gespannt sein, was die beiden als nächstes aus dem Hut zaubern![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Wir jedenfalls wünschen uns, ohne den Beiden Konkurrenz an den Hals zu wünschen, dass sich noch viel mehr Leute daran ein Beispiel nehmen und an dieser Mission beteiligen – Making Schnaps great again!

     

    Photo Credits: Torschnaps[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1585″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row]

  • Ehrliche Handarbeit made in Germany – 877 Workshop

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Es ist ein nebliger und verregneter Sonntagnachmittag im Januar, ich sitze in meinem Arbeitszimmer, lausche der großartigen Musik von Black Rebel Motorcycle Club und lasse den Besuch bei 877 Workshop in Hamburg revuepassieren. Kurz habe ich überlegt etwas Anderes aufzulegen, aber etwas Anderes würde nicht passen. Es muss das raue und ungeschliffene von BRMC sein, denn Sylvia und Daniel von 877 Workshop machen Accessoires für Männer – Accessoires mit einem ebenso einzigartigen, rauen und ungeschliffenen Charakter wie die Musik von BRMC.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Inzwischen ist es schon gut fünf Monate her, dass ich die beiden im August in Hamburg besucht habe. Der Artikel ist längst überfällig, doch irgendwie ist immer etwas dazwischengekommen und ich habe nie die Ruhe gefunden mir dafür Zeit zu nehmen. Gut, in letzter Zeit ist sehr viel passiert und die Zeit war tatsächlich mehr als knapp. Aber wenn ich es mir recht überlege war ein Grund dafür auch, zumindest unterbewusst, dass ich von vorne herein wusste, dass ich mit diesem Artikel den beiden und ihren Produkten vermutlich nicht gerecht werden kann.

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1445″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Bereits vor meinem Besuch bei Sylvia und Daniel wusste ich, dass sie sehr viel Zeit in jedes ihrer Stücke investieren. Wie viele Arbeitsschritte und Detailarbeit aber allein in einer kleinen Niete, einem Knopf, geschweige denn in einer Gürtelschnalle stecken… Ich hatte ja keine Ahnung!!!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1446″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Bei meinem relativ kurzfristigen Besuch, bei dem ich eigentlich nur auf der Durchreise war, durfte ich zwei sehr nette Menschen kennlernen, die sich sehr viel Zeit genommen haben um mir alles im Detail zu erklären. Man merkt sofort wie sehr die beiden von ihrer Arbeit begeistert sind und wie sehr sie das lieben, was sie tun. Wir sind sofort nett ins Gespräch gekommen und haben viel über alte Handwerkskunst, ihre Besuche bei alten Meistern und den Entwicklungen in der „Craft-Szene“ gesprochen.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Die beiden sind begeistert von alten und fast vergessenen Arbeitstechniken und kombinieren diese mit modernen und frischen Designs. Das Tolle daran ist, dass sie gar nicht versuchen alles industriell perfekt zu machen – jedes Accessoire ist ein kleines Unikat und die Einzigartigkeit ein Teil ihrer Philosophie. So hat jedes Stück verwendete Leder seine ganz eigene Farbe, Struktur, Falten oder gar Narben. Jedes Stück Metall hat seine eigenen Bearbeitungsspuren und nicht selten kommt es vor, dass das ein oder andere Stück auch etwas windschief ist. Aber das ist gewollt und genau das macht die Kreationen der Beiden so besonders. Keines gleicht exakt dem Anderen, alles hat seinen eigenen Charakter. Handwerk und Handarbeit sind eben selten perfekt und sollen es auch nicht sein. Man erschafft schließlich etwas durch Hingabe und Menschenhände und nicht durch Roboterarme – und das soll man gefälligst auch sehen!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]

    Sylvia und Daniel fertigen auf alten Maschinen Gürtel, Armbänder, Schlüsselanhänger, Siegelringe und vieles mehr. Wenn Mann bisher nicht wusste, dass er Accessoires benötigt – sobald Mann sich etwas näher mit den Produkten von 877 Workshop beschäftigt weiß Mann es! Ich war mir bisher definitiv sicher, weder ein Armband noch eine Markttasche zu benötigen – aber so kann man sich täuschen!

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“3/4″][vc_single_image image=“1453″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Egal ob Verschlüsse, Gürtelschnallen oder Nieten, alle Metallteile sind handgefertigt. Die Stücke werden teilweise auf Maschinen hergestellt, die als Museumsleihgaben zur Verfügung gestellt werden und die, diese Herstellungsweise erst möglich machen. So wird diesen alten, ehrwürdigen Maschinen, wie der Drehbank von 1928 oder der, dagegen fast schon neuen Graviermaschine aus den 1960ern, wieder eine Aufgabe gegeben und die Stücke werden zu etwas ganz Besonderem.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“1454″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]

    Bei Sylvia und Daniel kann man sich darauf verlassen, dass alles handgemacht ist. Die Gürtelschnallen werden nicht im Großhandel bestellt, sondern werden mühevoll nach einer Jahrzehnte alten Methode einzeln in einer Sandform gegossen, wobei für jede Schnalle eine neue Form hergestellt werden muss. So ist es selbstverständlich, dass die Lieferanten, der Teile, die hinzugekauft werden müssen, den selben hohen Ansprüchen gerecht werden müssen und die Materialien fast ausschließlich von Lieferanten aus Deutschland stammen. Das pflanzlich gegerbte Leder beispielsweise, wird einzeln ausgesucht und ist nur in geringen Mengen verfügbar. Es stammt von einer kleinen, familienbetriebenen Gerberei die bereits 1875 gegründet wurde und heute bereits in der 5. Generation betrieben wird. Die dort angewendete, traditionelle Art zu Gerben ist mit einer Dauer von mindestens acht Wochen deutlich aufwendiger als es heute in der Industrie üblich ist. Aber Qualität und Optik sprechen für sich und ist bis heute fast unerreicht.

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/3″][vc_column_text]

    Unter all den schönen Produkten die Sylvia und Daniel erschaffen, haben mir zwei ganz besonders gefallen. Zum einen die Decke im Military Design die, wie könnte es auch anders sein, aufwendig auf speziellen (Jarquard-) Webstühlen hergestellt wird um diese besondere Musterung zu erhalten. Wenn man sich die Decke anschaut träumt man unweigerlich davon, bei Sonnenuntergang einfach rechts ranzufahren, den Highway hinter sich zu lassen, von seinem Bike abzusteigen und ein Lagerfeuer für die Nacht anzuzünden– sozusagen der wollene Traum von Freiheit. Das Highlight waren für uns als absolute Fans alter Porsche Sportwägen aber die, ebenfalls aus feinstem Leder hergestellten, Untersetzer im Fuchsfelgen-Design. So lässt sich das Craftbier stilecht genießen und nebenbei von einem alten 911er träumen – vielleicht reicht es ja irgendwann wenigstens mal für einen 912er. Grandiose Idee!!!

    [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“2/3″][vc_single_image image=“1526″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]

    Auf dem Album ist nun der letzte Song angebrochen und die Platte klingt mit einem akustischen Stück langsam aus. Ich hoffe wenigstens halbwegs der bewundernswerten Arbeit gerecht geworden zu sein und wünsche den beiden weiterhin so viel bemerkenswerten Mut und Leidenschaft für ihre Arbeit.

    Auf Bald!

    [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1450″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1452″ img_size=“full“][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_single_image image=“1455″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row]

  • Holz auf der Nase statt Brett vor’m Kopf

    Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, in der eure Uhr nur eine Funktion hatte, mit einer Batterie gefühlt ein Leben lang überlebte und in der ihr noch lieber mit Menschen als mit ihr gesprochen habt? Gönnt eurem Handgelenk ’ne Pause, denn Cheesy präsentiert warmes Holz in Zeiten von kaltem Beton und eisigem Metall. Also schickt eure Apple Watch zurück, ruft eure Freunde von damals an und dann ab an den Tresen für Minimum 3 kühle Blonde….aber erst nach der folgenden Lektüre. 

    Gegossen aus Metall? Geformt mit Beton? Warum nicht einfach Holz? Es ist warm, fühlt sich gut an und erinnert uns in einer hektischen Welt an die Ruhe der Wälder. Vor ein paar Jahren noch ein Exot, tummelt sich Cheesy heute auf einem breiten Markt für Accessoires aus Holz – Ringe, Ketten, Ohrringe, Brillen und eben Uhren. Wir haben uns mit Jan vom Accessoires Startup Cheesy über Holz, Globalisierung und Design inspired by „Einfach-Mal-Machen“ unterhalten.

    Der Real-Life Michel aus Lönneberga

    Jan ist 27 Jahre alt, bastelt gerade fleißig an der Masterarbeit und verbringt seine Zeit bei einem weltbekannten Automobilhersteller. Klingt bis dato nicht spektakulär, aber wenn man seine Werkstatt sieht und von allen Seiten von Sonnenbrillen, Uhren und Accessoires angestrahlt wird, bekommt spätestens der Letzte mit, dass hier mehr geht als Reihenhaus und Firmenwagen. Jan ist Gründer mit Ideen und Arsch in der Hose ohne dabei gezwungen auf mächtig hipp zu machen. „Ich habe viel mit CAD gearbeitet und den damit den internen Designprozess betreut, was sich mit Cheesy sehr gut ergänzt hat. Dadurch konnte ich 3D-Modelle erstellen, die man später dann für eine Produktion zwingend benötigt.“

    Wie kommt man eigentlich als Ingenieur darauf sein eigenes Label zu starten? Darf man das überhaupt?

    Die Geschichte klingt wie eine Mischung aus Inspector Gadget, McGyver und Michel aus Lönneberga. Es war ein kalter Tag in einer Hütte irgendwo in Kanada. Jan war eingeschneit und musste sich irgendwie beschäftigen. Also setzte er sich dort an die Werkbank, schnappte sich eine handvoll Holz und spielte mit Säge, Fräse und Drechsel. Am Ende hielt er den ersten Prototyp in der Hand. Dieser lag dann noch ein paar Jahre in seiner Schublade bis Jan das Projekt wiederbelebt hat und aus einer Idee Realität wurde.

    Große Ideen brauchen keine großen Investitionen

    Wer Ideen hat, braucht nicht zwangsläufig die großen Investitionen, um diese zum Leben zu erwecken. Bootstrapping nennt das der geneigte Startup-Yuppie von heute und meint damit die Unabhängigkeit von externen Investoren. Vielmehr geht es beim Bootstrapping um den schnellen und günstigen Einstieg in das Geschäftsfeld. Im Fall von Jan hieß das Uhren bauen, verkaufen, mit dem Gewinn neue Uhren bauen und wieder verkaufen. Und diesen Zyklus solange durchziehen bis ein Unternehmen entstanden ist. Berühmte, aktuelle Vorbilder dieser Methode sind z.B. GoPro, GitHub und TechCrunch aus dem Tech-Sektor und unzählige kleine Craft-Labels, wie eben Cheesy.

    8484_1684875025104601_5893733258601065875_nCraft made by Passion and Eigenkapital

    Wenn man Jan auf das Thema Bootstrapping anspricht, fängt er an zu grinsen und man merkt ihm an, dass das genau seine Methode ist. Langsamer wachsen und stets der eigene Chef bleiben. Selber entscheiden, welche neue Designs man testen möchte, welche Events man mit starten will oder wie man Marketing macht. Jan ist ein Chamäleon und probiert gerne neue Sachen aus. „Das wäre mit einem Investor so nicht möglich. Denn nicht jedes Design ist extrem rentabel und manchmal baue ich Modelle nur, weil ich sehen möchte wie diese funktionieren.“

    Aus seinem Kerngeschäft mit Uhren aus Holz wurde so über die Zeit ein Portfolio mit verschiedensten Accessoires, wie Sonnenbrillen (übrigens mit sehr intelligentem Glaswechselmechanismus) oder Handyhüllen. Und aus den Kontakten, die er über die Zeit geknüpft hat, wurden neue Potenziale erweckt und direkt umgesetzt.

    Plattform statt Backform

    So geschehen in diesem Jahr mit der Stylekantine. Denn nicht nur Jan und sein Holz, sondern viele weitere Designer, Blogger und Fashioninteressierte fanden den Weg in die Mensa der Universität Stuttgart, um individuelle Designs zu ergattern und kleine Labels zu feiern. Jan hatte diesen Design-Blogger-Fashion-Markt mit einem Freund, ebenfalls Designer, hochgezogen. „In Stuttgart gibt es bestehende Events in dieser Richtung, aber wir wollten dem ganzen einen neuen Charakter geben. Einfach etwas anderes.“

    50 Aussteller aus den Bereichen Fashion | Design | Accessoires | Sport und etliche Blogger waren am Start und belebten einen Ort, an dem sonst Plastiktabletts mit günstigem Essen befüllt werden, zu neuem Leben. Das Credo der Stylekantine liegt dabei neben Style, Individualität und Design, vorallem auf Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen.

    Global Player mit Kaputzenpulli

    „Die Qualität war einfach besser und gleichzeitig achte ich sehr stark darauf, dass die Arbeitsbedingungen fair sind. Ich hatte verschiedenste Produktionen in Deutschland und im Ausland getestet und musste mir eingestehen, dass Qualität, Service und Arbeitsbedingungen in China am Besten waren.“ Die Globalisierung hat viele Schattenseiten und wird sehr oft für höhere Margen bei viel schlechteren Arbeitsbedingungen genutzt. Jan geht da einen anderen Weg und beweist, dass Qualität, Wirtschaftlichkeit und Fairness gleichzeitig machbar sind. Seine Produktion liegt im Ausland und das Design kommt aus seiner Werkstatt in der Nähe von Stuttgart.

    „Ich bin nach China gereist und habe mir verschiedene Betriebe angeschaut und mich relativ schnell für meinen Lieferanten entschieden. Am Anfang war ich zwar etwas skeptisch und hatte vor der ersten Lieferung Bedenken, dass das was ich als Vorlage gesendet habe, so umgesetzt, in hoher Qualität, geliefert wird. Doch als ich das Paket öffnete war ich begeistert.“

    Wer hat an der Uhr gedreht…

    Jan ist ein Bastler und kommt dadurch immer wieder auf neue Ideen. Seine aktuellste ist ein Ziffernblatt auf einer Schieferplatte. Was er als nächstes macht, weiß er noch nicht und lacht bei der Frage, ob Holz nur der Anfang ist. „Ich denke Holz ist ein sehr schönes, warmes Material aus dem man viel machen kann. Aber es gibt noch viele spannende Projekte, die mir im Kopf herumspuken. Ich produziere ja heute schon Kunststoffbrillen und möchte in Zukunft noch weitere Dinge ausprobieren.“

    Jeder kennt das Gefühl: Als Kind wolltest du immer schnell erwachsen werden und heute wünschst du dir nichts mehr als deine Kindheit zurück. Du kannst diese bewahren, indem du wieder mehr entdeckst, mehr mit deinen eigenen Händen erschaffst und mit den Menschen da draußen teilst. Aber genug mit Glückskekssprüchen für heute. Es wartet meine Carrera-Bahn und eine große Tasse heißer Kakao.

    ÜBRIGENS: Ihr bekommt die Kollektion von Cheesy im Netz und bei ausgewählten Einzelhändlern.

     

    Das Interview führte Pascal

    Photo Credits: Cheesy

  • Auf ein Glas mit… Lupo von Weissbrand

    Hi Lupo, erzähl uns doch mal etwas über euch, wer steckt hinter Weissbrand?

    Wir sind Lupo, Luki, Basti und Julian (s. Bild v.l.n.r.). Alle zwischen 22 und 26 Jahren jung. Luki ist der Mann am Glas, Basti die Rampensau, Julian der handwerklich Kreative und ich bin sozusagen der strategisch Kreative. Vor genau 2 Jahren, noch während unseres Studiums, haben wir gemeinsam unsere kleine aber feine Spirituosenmanufaktur „Weissbrand Distilling Co.“ gegründet.

    Heute etablieren wir unter dem Begriff „Weissbrand“ (der Begriff ist mittlerweile international als Trademark geschützt) eine neue Spirituosenart, mit der wir die Vision haben, ein exklusives Nationalgetränk für Deutschland zu schaffen. Quasi ähnlich wie der Pisco aus Peru, der Mezcal aus Mexiko oder der Cognac aus Frankreich. Weissbrände bezeichnet seitdem also „handwerklich hergestellte Spirituosen, die aus der Basis von hochwertigem Wein gebrannt werden und anschließend mit natürlichen Bio-Zutaten verfeinert werden“.

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    Was genau ist das Besondere an „The Wolf“ und „Birds“?

    Normalerweise legt man ja Brände aus Wein (Brandy, Weinbrand, Cognac) nach dem destillieren in Holzfässer. Das ist der traditionelle Weg. Wir versuchen durch die Hochwertigkeit des Grundweines, der erst einmal destilliert wird und dann mit einer handverlesenen Auswahl von pflanzlichen Bio-Zutaten für 4 Tage mazeriert und anschließend ein zweites Mal destilliert wird, ein ganz besonderes Aroma zu erzeugen, dass weltweit einzigartig ist. Lustiger weise hat dies vorher in der Form noch niemand gemacht. Das ist schon irgendwie verrückt, aber cool!

    Wie seid ihr darauf gekommen „Weissbrand“ zu erschaffen? Man steht ja nicht jeden Tag auf und sagt sich: So, heute will ich eine völlig neue Spirituosenkategorie gründen!

    Nun, auch wenn man es denken könnte – diese „Schnapsidee“ ist uns tatsächlich nicht im Vollsuff in einer Kiezkneipe auf dem Hamburger Berg gekommen. Auch auf dem Dachboden unserer Großeltern haben wir leider keine Rezeptur finden können (lacht) und so mussten wir also selbst kreativ werden. Das einzig Gute: Wolfgang, der Vater von Julian und Luki, lebte damals auf einem Weingut. Und so ist uns, als beste Freunde, die Verbindung zum Wein und Schnapsbrennen quasi in die Wiege gelegt worden.

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    Als wir uns während unseres Studiums besser kennenlernten wussten wir, dass wir gemeinsam etwas aufbauen wollen. Vor allem hier hatten wir alle den gemeinsamen Anspruch, nicht einfach nur besser zu sein als andere, sondern gänzlich anders. Da jede Woche gefühlt drei neue Gin-Labels den Markt überfluteten, wollten wir eine neue Nische eröffnen. So entwickelte sich mit der Zeit die Idee von der Craft Spirituose aus Wein in Verbindung mit den pflanzlichen Zutaten (auch neudeutsch „Botanicals“ genannt). So begann alles im Spätsommer 2014 im WG-Wohnzimmer als Büro. Zwischen Klausuren und Hausarbeiten wurde Schnaps zum täglichen Ausgleich. Vor allem der Craft Trend, den man ja auch deutlich im Gin- und Bierbereich feststellen kann, half uns natürlich ungemein dabei eine profitable Nische im Premiumsegment aufzubauen.

    Stellt ihr eure Spirituosen völlig in Eigenregie her?

    Ja! Julian macht bei uns die Produktion, er fährt jede Woche zur Brennerei und fertigt alles in Eigenregie.

    Wie habt ihr angefangen, konntet ihr Gerätschaften und Infrastruktur von Lukis und Julians Vater nutzen?

    Leider nein, wir haben komplett bei null angefangen. Wolfgang ist eher der genussvolle Weintrinker und moralische Unterstützer. Haha! Nein, ohne Spaß: Ohne ihn hätten wir nie angefangen Schnaps zu fertigen. Er ist eine Art Wegbereiter.

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    Wie ging es dann weiter, inzwischen habt ihr euren Sitz ja auch in Hamburg? Macht ihr das alle hauptberuflich?

    Wir haben uns in Hamburg kennen und lieben gelernt und sind daher auch hier im Norden geblieben. Die Destille befindet sich auch nur eine Autostunde süd-östlich von Hamburg entfernt, inmitten von 450 Hektar Obstbäumen. So haben wir einen tollen Ausgleich von Großstadt und Idylle. Wir machen es derzeit alle hauptberuflich, worüber wir wirklich echt froh sind. Die Zeit in der wir eine doppelt- und dreifach-Belastung hatten durch Uni und Nebenjob war ziemlich hart.

    „THE WOLF“ ist auf 200 Flaschen pro Charge limitiert, wie hat sich „BIRDS“ seit 2014 entwickelt?

    „THE WOLF“ ist ein Liebhaberprodukt und wird dies, nicht zuletzt durch die begrenzte Menge, auch bleiben. Es ist ziemlich schwer den Wein in der geeigneten Qualität und Menge zu bekommen. „BIRDS“ geht hier schon weiter. Die Chargen sind durch unsere Brennblase auf 700 Flaschen begrenzt. Allerdings sind wir hier freier und produzieren derzeit die insgesamt neunte Charge. Es ist großartig zu sehen, dass hier die Nachfrage wirklich stetig steigt und das Konzept Gefallen findet.

    Ihr betreibt ja nicht nur die Spirituosen-Manufaktur Weissbrand sondern ihr habt auch wearebirds.tv ins Leben gerufen. Was hat es damit auf sich?

    Als wir mit „BIRDS“ auf den Markt kamen, haben die Kunden „BIRDS“ auch pur getrunken, obwohl er eigentlich von uns für die gehobene Barszene (für Drinks) konzipiert wurde und nicht wie „THE WOLF“ als exklusiver Digestif. Wearebirds.tv wurde somit als kreative Drink- und Entdeckungs-Plattform ins Leben gerufen, um zu zeigen, wie vielseitig „BIRDS“ einsetzbar ist. Hier arbeiten wir ausschließlich mit Top-Barkeepern zusammen von dessen Drink-Kreationen wir vollends begeistert sind.

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    Wir finden, ihr habt ein grandioses und äußerst stimmiges Marketing. Angefangen vom Produkt- und Verpackungsdesign bis hin zu euren Websites und euren Bildern! Macht ihr das selber, oder habt ihr vlt. Freunde und Partner die euch dabei unterstützen?

    Herzlichen Dank! Wir haben alles selbst entwickelt. Ich bin bei uns für das Design und die generelle Kommunikation zuständig und Julian macht großartige Fotos. Da sparen wir uns jede Menge Zeit und Kosten bei neuen Ideen!

    Wie trinkt ihr „BIRDS“ oder „THE WOLF“ am liebsten, was sind eure liebsten Drinks?

    „THE WOLF“ natürlich als Digestif, immer pur und auf Zimmertemperatur nach dem Essen. „BIRDS“ ist wahnsinnig vielseitig aber unser German Mule (4cl Birds, 2cl Limettensaft, 15cl Ginger Beer) ist ein Klassiker für jede anspruchsvollere Hausbar. Ansonsten ist unser klassischer Sour, der „Angry Birds Sour“ natürlich auch super lecker!

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    Wie geht’s weiter? Wollt ihr weiter expandieren, habt ihr schon Pläne für neue Produkte?

    Wir wollen natürlich unser heimisches Weissbrand-Konzept in der ganzen Welt bekannt machen. Derzeit verkaufen wir nur in Deutschland und der Schweiz. Das ist schon ziemlich viel Arbeit. Vor Allem zu viert. Für die nächsten Monate haben wir erst einmal das Ziel den Vertrieb zu optimieren und die Marke im Heimatland bekannter zu machen. Da wir völlig eigenfinanziert sind und kein großes Marketingbudget haben gehen wir derzeit viel über soziale Medien und Verkostungen. Aber in uns sprudeln die Ideen!

    Habt ihr in nächster Zeit irgendwelche Messen oder Events geplant? Wo kann man euch antreffen?

    Wir sind natürlich auch wieder da, wo wir letztes Jahr im Oktober gelauncht haben – beim Bar Convent Berlin (10. – 11. Oktober 2016) Dort feiern wir gleichzeitig auch unser Einjähriges.

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    Wo kann man denn eure Produkte inzwischen überall kaufen?

    Unsere Weissbrände gibt es mittlerweile deutschlandweit im gut sortiertem Fach- und Feinkosthandel. (u.A. national im Kochhaus und in den Gourmet Abteilungen von Galeria Kaufhof).

    Und zu guter Letzt – Gibt es noch etwas das ihr unbedingt loswerden und uns mitteilen wollt?

    Es tut mir so leid, dass ihr so lange warten musstet! 🙁

    Photo Credits: Weissbrand

  • Strudel & Liebe für die Welt

    Man erkennt gute Street Food Festivals, Markets und Weekends einfach an der Auswahl ihrer Nachspeisen. 2015 kam keiner an den florierenden Festen für handgemachtes Essen, Live-Musik und frische neue Drinks vorbei. Ein Trend aus den Metropolen dieser Welt hatte nun endlich seinen Weg nach Deutschland gefunden und breitete sich aus. In Hamburg und Berlin schon länger ein Thema schwappte diese neue Food-Kultur in alle Städte der Republik und brachte traditionelle Rezepte, neu interpretierte Kombinationen und Noch-Nie-Da-Gewesenes auf die Straße und direkt an die Geschmackssinne eines ganzen Landes.

    Immer mittendrin und voll dabei: Vania und ihre Schwestern vom Züricher Strudelhaus Poushe. Wir haben mit Vania über die neue Straßenkultur, das Leben als Food Designerin und ihre großen Pläne gesprochen. Achtung Spoiler: es geht um nichts weniger als die Welt.

    Hallo Vania und danke, dass du uns in das neue Poushe Deutschland Headquarter eingeladen hast. Noch ist hier Baustelle, aber bald plant ihr hier Großes. Von Zürich aus habt ihr bisher den deutschen Markt erobert und in euren Küchen die Öfen glühen lassen. Warum jetzt der Schritt nach Stuttgart?

    Wir möchten Neues erleben, schöne Städte bereisen und dabei wachsen. In Stuttgart hatten wir unseren ersten großen Auftritt in Deutschland, das Street Food Festival am Nordbahnhof, es war ein riesiger Erfolg. Dieser brannte sich tief in unsere Herzen ein und von da an war klar, dass wir bleiben wollen.

    Die Street Food Veranstaltungen im letzten Jahr waren demnach ein guter Indikator, um den deutschen Markt zu sondieren. Ihr eröffnet jetzt Anfang 2017 ein Deli in Stuttgart. Was plant ihr dort und was kommt danach von Euch?

    Wir möchten den Genuss unserer Poushe Strudel den Leuten näher bringen. Wir sind aufgewachsen in einer magischen Welt voller Kunst, Gebäck, frischen Salaten, Musik, Kaffeegeruch am Morgen, fliessendem Wein am Abend und den süßen und salzigen Strudeln unserer Großmütter. Diese Energie möchten wir weitergeben. Das Stuttgarter Strudelhaus wird die erste Filiale außerhalb der Schweiz und somit der Prototyp für weitere Filialen die vielleicht bald die europäischen Grenzen überschreiten.

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    Essen und Trinken steht weltweit zugleich für Lifestyle, Freundschaft und Genuss. Immer wieder neue Konzepte gehen an den Start. Viele Restaurants, Cafés und Delis entstehen auf Grund der Leidenschaft für die Zubereitung der Gerichte, der Auswahl der Zutaten oder der individuellen Einrichtung der Räumlichkeiten. Was macht ein Poushe Strudelhaus aus und wofür schlägt dabei dein Herz?

    Es ist eine Tradition für jede Generation. Wir haben ein uraltes Produkt mit viel Liebe fürs Detail neu interpretiert und ein modernes und urbanes Ambiente geschaffen. Das Zelebrieren eines Luxusguts, in unserem Falle der Poushe Strudel aus frisch auserlesenen Früchten und von Hand gewickelt, ist eine Kunst. Es ist unsere Antwort zu der Standardisierung und Industrialisierung. Wir möchten nicht verzichten auf das Geniale, Innovative und Neue, zugunsten einer Industrialisierten Programmierung die dein täglich Brot zu einer Massenware anfertigt. Dieses Essen ist Seelenlos, der Körper wird gesättigt, der Geist nicht.

    Der Hunger nach immer neuen, innovativen Konzepten. Die Kurzlebigkeit von Trends. Und trotzdem immer eine Prise Skepsis gegenüber zu ausgefallenen Produkten. Wie schafft man es langfristig da etwas aufzubauen und die Kunden immer wieder zu überzeugen?

    In einer flachen Welt möchte man Tiefe erleben. Mit dem Poushe Strudelhaus haben wir uns einen Ort erschaffen in dem wir unser Potenzial ausleben und uns weiterentwickeln können. Unsere Moralvorstellungen versuchen wir in unseren Läden und in unseren Produkten wiederzugeben. Dies hat dazu geführt, dass unsere Firmenkultur sehr stark ausgeprägt ist. Ist sich eine Gruppe von Menschen wirklich einig, dann ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile: nicht mehr eine Ansammlung von Individuen, sondern eine Einheit, eine vereinte Kraft. Man wird nie alle ansprechen können, aber wenn man an seine Wertvorstellungen glaubt wird immer einer da sein der diese teilt.

    Always think positive! Eine Einstellung die euch auszeichnet. Um was handelt es sich bei dieser Backtradition in euren Backstuben?

    Das was wir essen soll den Körper und die Seele nähren. Wir sind überzeugt dass positive Gedanken beim Backen oder Kochen dazu beitragen, dass man sich hinterher wohl fühlt.

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    Sheldon Cooper prägte „Bazinga“ und ihr haucht dem bulgarischen Banitza neues Leben ein. Was verbindet euch mit den Strudeln, für die euch Nachtischfetischisten lieben?

    Karamellisierter Zucker und Zimt in der Luft. Auf dem Holz beheizten Ofen köchelt Lindenblüten Tee. Das kleine Zimmer unserer Großmutter ist einfach eingerichtet, ein Bett ein Tisch und dieser wunderschöne kleine Ofen, den mein Großvater mit Feuerholz füttert. Aus dem kleinen Fenster sieht man die Herbstblumen im Garten, die prallen Äpfel an den dünnen Ästen, rote Tomaten und saftige Melonen. Endlich ist die Kürbis-Zimt-Banitza fertig und wir Kinder können es nicht abwarten, dass diese endlich abkühlt und wir mit unseren kleinen Zähnen hineinbeißen können. Unsere Heimat verbinden wir mit dem Essen. Heute nennen wir die Banitza Strudel, wir sind nicht mehr in Großmutters Stube, sondern in einem schönen und gemütlichen Café. Zimt und Karamell sind in der Luft und ich stelle mir vor wie ich aus dem kleinen Fenster rausschaue und unser Großvater winkt uns zu.

    Wow das waren sehr bildgewaltige Worte. Danke Vania für dieses tolle Interview. Eine letzte Frage noch, bevor du wieder in die Testküche gehst: Australischer Surfer + Mohnstrudel, Kalifornischer Start-Upper + Apfel-Zimt-Strudel oder Südafrikanischer Basejumper + Amarula-Amarena-Strudel. In welchem außereuropäischen Land wird das erste Strudelhaus eröffnen?

    Cherry Blossom Vanilla Raspberry Strudel & Japanese Cosplayer. Tokyo wäre eine schöne Adresse 🙂

    Übrigens: Das Poushe Strudelhaus in Stuttgart eröffnet im Januar 2017 am Vaihinger Rathausplatz
    Alle News findet ihr direkt auf der Fanpage

    Photo Credits: Poushe Strudelhaus

  • Le Vélo oder „Der zweite Frühling rollender Geschichte“

    Wenn sich Fahrradfahren so großartig anfühlt wie Weihnachten mit 5 oder zum ersten Mal Super Mario durchgespielt – dann muss es ein Fahrrad von Le Vélo sein.

    Dabei sprechen wir hier ganz und gar nicht von trendigen Fixies, die inzwischen zum gemeinen Hipster gehören wie hochgeschlagene Röhrenjeans oder bauchfreie Oberteile, auf die sogar Axl Rose in seinen besten Tagen neidisch gewesen wäre. Die Fahrräder sind viel mehr ein wundervoll und mit viel Schweiß und Blut restauriertes Stück Zeitgeschichte bei dem man sich unweigerlich zu fragen beginnt, was dieses alte Stück Handarbeit zu erzählen hat.

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    Zum Beispiel das ehemalige Miele Polizeifahrrad von 1928, das damals als eines von nur 15 Stück für die Hamburger Polizei und den Einsatz in der Innenstadt angefertigt wurde. Was hat dieses Rad nicht schon alles erlebt? Sicher hat es schon den ein oder anderen Großstadtganoven nach wilder Verfolgungsjagd über den Kiez hinter Schloss und Riegel gebracht. Daher versteht sich von selbst, dass dieses einmalige Rad auch die aufwändige Restauration erhält, die es verdient. Zunächst wird der Rahmen 8 Tage in ein Alkoholbad gelegt um anschließend komplett zerlegt und abgeschliffen zu werden. Danach folgt eine Behandlung mit Rostumwandler, Bootslack, Klarlack sowie eine Holraumversiegelung – erst dann ist das Rad, versehen mit vielen Originalteilen, wieder fit für seinen zweiten Frühling und rostfrei bereit für neue Abenteuer.

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    Bei den aufwendigen Restaurationen wird modernste Technik in Form von hochentwickelten Stabilisierungslacken oder einer LED-Beleuchtung mit der Tradition des alten klassischen Handwerks kombiniert. Die einzigartigen Originale sollen beibehalten werden gleichzeitig aber fit für ein kleines, weiteres Stückchen Ewigkeit gemacht werden. Und so werden beispielsweise die Felgen auf einer originalen Maschine aus den 1930 Jahren nach historischem Vorbild hergestellt – bis hin zur kleinsten Schraube sind alle Teile in Perfektion maßgefertigte Einzelstücke.

    Begonnen hat die Geschichte von Le Vélo damit, dass Senad Sarac (selbst Baujahr 1979) schon früh von der handwerklichen Qualität alter Fahrräder begeistert war und schließlich vor rund 20 Jahren ein altes Rad aus der Elbe gefischt hat. Von nun an wurde bei allen Gelegenheiten und auf all seinen Reisen antike Fahrräder und Fahrradteile gesammelt bis über die Jahre so eine mehr als beachtliche Sammlung entstanden ist. Vom Hochrad aus der Gründerzeit, alten italienischen Rennradrahmen aus den 20ern, Fahrradleuchten aus Paris, bis hin zu über 90 Jahre alten Lenkern von Postfahrrädern aus der Schweiz – Senad’s Sammlung enthält alles, was das Vintage-Biker-Herz begehrt und ist somit ein riesiges anfassbares Stück Fahrradgeschichte. Allein in einem umgebauten ehemaligen Fischwagen, der inzwischen als kleines Lager dient, warten mehr als 100 alte Rahmen aus der Vorkriegszeit. Ein wahrer Schatz!

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    Besuchenswert wie der Eifelturm in Paris oder das Kolosseum in Rom ist der Le Vélo Showroom in Hamburg (Brunnenstraße 141). Hier wird alles erleb- und anfassbar gemacht. Hier können bereits fertig restaurierte Räder und Original-Werkzeuge aus zwei Jahrhunderten bestaunt werden. Ausführliche Beratung versteht sich von selbst.

    Mittlerweile werden aber nicht mehr „nur“ alte Fahrräder restauriert, inzwischen sind viele tolle und ebenso einzigartige Dinge um die Vintage-Bikes herum entstanden. Konsequent wie die Rechte von Bud Spencer (R.I.P.) werden so Rucksäcke, Werkzeug-, Sattel- und Aktentaschen von traditionellen Sattlern und Täschnern gefertigt.

    Die passenden Biker-Boots werden von Schumachermeistern gefertigt und damit das edle Stück Zweiradgeschichte nicht im dunklen Hinterhof übernachten muss, haben die Jungs einen geschickten Tragegriff erfunden damit der Großstadtbiker sein Schätzchen auch leicht ins frisch restaurierte Loft transportieren kann (und das meinen wir keineswegs abwertend!).

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    Aber damit nicht genug! Inzwischen hat Senad in Hamburg auch ein kleines Fahrrad Cafe’ (Eppendorfer Weg 57) eröffnet. Wenngleich hier Genuss und erstklassiger Kaffee (die zweite Leidenschaft der Jungs von Le Vélo) im Vordergrund stehen so dreht sich natürlich auch hier alles um die seltenen Vintage-Bikes.

    Le Vélo Bikes sind einzigartig – individuelle Unikate gefertigt mit originalem Werkzeug und teilweise originalen Maschinen aus den dreißiger Jahren. Vor allem aber sind sie das Ergebnis vieler Stunden Handarbeit gepaart mit viel Leidenschaft, Begeisterung und Enthusiasmus – und genau das macht sie so besonders. Nun wollen wir aber nicht weiter mit dem „das müsst ihr unbedingt haben Zaunpfahl“ wedeln, ich denke man merkt: Wir sind ein klein wenig begeistert!

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    Fotos: Dennis Löffka für Le Vélo

  • Möbel wie Tom Waits oder Clint Eastwood – Kesselholz Design

    Möbelstücke des 21. Jahrhunderts sind entweder weiß oder schwarz. Müssen mit Hilfe schlecht übersetzter Bedienungsanleitung, mitgeliefertem Mini-Imbusschlüssel und Gummihammer nervenaufreibend zusammengebaut werden. Sie haben eigenartige Namen, überleben meist genau einen Umzug und die Chance ist relativ groß, dass beim Nachbarn dasselbe Möbelstück sein Dasein fristet. Die Anschaffung wird zum Samstagsausflug für Pärchen und ist Albtraum jeden Mannes – bestünde da beim ein oder anderen Hersteller nicht wenigstens die Aussicht auf Hot Dog und kalte Cola.

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    Soll es etwas außergewöhnlicher sein, so wird gerne einfach künstliche Patina erzeugt, was heutzutage mit relativ einfachen Mitteln möglich ist – und man muss zugeben, oft sieht man auf den ersten Blick nicht mal einen großen Unterschied. Etwas Krakelierlack auftragen, ein wenig rumschleifen und schon ist es retro.

    Zugegeben, das Ganze ist etwas überspitzt dargestellt und auch bei uns steht das ein oder andere schwedische Möbelstück. Zumal die Schrankwand aus Eiche Massiv bei den Großeltern für etwas Abwechslung zwischen den Wohnzimmern sorgt. Und auch wenn es wirklich (und ganz ehrlich) halb so schlimm ist, dass viele Wohnungen wie aus dem gleichen Katalog aussehen und auf retro gestylte Möbel optisch teilweise wirklich etwas her machen – irgendwie fühlt es sich dann trotzdem nicht richtig an. Das Holz und somit auch das Möbelstück bleibt glatt, uninteressant und langweilig. Auch wenn es uns äußerlich vielleicht etwas anderes verkaufen möchte. Wie viele Vergleiche würden uns jetzt einfallen, aber das ersparen wir uns und überlassen das eurer Fantasie. Der ein oder andere entsprechende C-Promi fällt euch sicher auch ein!

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    Dabei brauchen wir vielmehr Möbelstücke à la Tom Waits oder Clint Eastwood. Egal ob Tisch, Stuhl oder Bett, wir brauchen Möbel mit Furchen, Kratzern, Patina, Ecken und Kanten. Und hier kommt Kesselholz Design ins Spiel! Zwei Jungs, denen bei unserem Gespräch eigentlich nur eins besonders am Herzen liegt – zu erwähnen, dass sie ausschließlich mit alten und seltenen Materialien arbeiten, nichts ist auf alt gemacht sondern alles original.

    Darum horten sie stapelweise wahre Schätze in einem kleinen Lager. Von alten Balken und Brettern bis hin zu Benzinkanistern, Seilen und sonstigem Kram von dem man zu Beginn nicht immer ganz genau weiß, was man damit später eigentlich anfangen soll. Alles was das „Upcycler-Herz“ begehrt ist fast im Überfluss vorhanden und wartet auf eine neue Bestimmung. Wobei, auch hier ist es Matthias und Alex gar nicht so wichtig das „Upcycling“ in den Vordergrund zu stellen. Den beiden geht es weniger darum „Gutmensch“ zu sein und Weggeworfenes wieder zu verwerten als dass sie einfach völlig begeistert von Patina und alten Materialien sind. Ihre kleine Sammlung ist über die Jahre entstanden. Sie haben mehr und mehr Kontakte geknüpft, Quellen entdeckt und werden inzwischen auch schon mal angerufen, wenn jemand alte Dinge loswerden will und keine Verwendung mehr dafür hat. Und so kann es auch schon mal vorkommen, dass man über Wochen fachmännisch einen alten Schuppen abreißen darf und dafür das Holz zum Verarbeiten bekommt.

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    Angefangen hat alles in der Studienzeit mit einem fehlenden Geburtstagsgeschenk. Aus Ermangelung eines anständigen Geschenks bauten Matthias und Alex, zwei alte Freunde schon aus Kindheitstagen, kurzerhand ein Whisky Regal. Da man zu dieser Zeit als Student sich vom letzten übrig gebliebenen Groschen eine kleine Whisky Sammlung zulegen musste sprach sich das natürlich schnell rum und im Nu hatten die beiden Studenten (Erneuerbare Energien und Maschinenbau) ihre ersten Aufträge. So begannen die beiden Autodidakten Möbel zu bauen.

    Danach wurde viel ausprobiert und es folgten Betten, Schränke, Regale und allerlei Möbel. Nicht alles gelang auch immer. Da aber jedes Möbelstück, gelungen oder nicht, zu einer steilen Lernkurve führte, setzte man mit kindlichem Forscherdrang à la Curiosity Show (die Kinder der 80er werden wissen was ich meine) nahezu jede Idee auch in die Tat um. Werkzeug besorgt und einfach gemacht! Denn schließlich muss man doch auch Holzmaschinen bedienen können, wenn man im Studium mit Metallmaschinen klarkommt.

    Dies hat die beiden dahin geführt, wo sie heute stehen. Seit den Anfängen in 2009 ist nun aus Spiel Ernst geworden und seit zwei Jahren baut man als „Kesselholz Design“ kreative Möbel aus allerlei Altem. Inzwischen ist man im Hobbyhimmel, einer Mietwerkstatt in Stuttgart Feuerbach zu Hause und unterstützt nebenbei auch dieses Projekt.

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    Am Rande sei bemerkt, dass auch dies ein wirklich tolles Konzept ist, das Vielen die Möglichkeit gibt ihr Hobby auszuüben, mit Leidenschaft Dinge herzustellen und vielleicht auch etwas dem Alltag zu entkommen um etwas mit seinen Händen zu erschaffen. Sei es um einen der vielen Kurse vom Schweißerkurs bis hin zum Upcycling-Kurs (übrigens durchgeführt von den Kesselholz Jungs) zu belegen oder dem Erstgeborenen genau die Kinderwiege zu bauen, die er wirklich verdient. (Hier könnt ihr euch die Angebote des Hobbyhimmels anschauen, die Mitgliedschaft gibt’s schon ab 20 € im Monat).

    Dort entstehen nun mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail hauptsächlich Auftragsarbeiten, aber auch Kleinserien, die inzwischen so schnell vergriffen sind, dass sie es kaum in das Lager schaffen. Von Tischen, Schränken oder Betten bis hin zum Messe- und Ladenbau oder Sonderanfertigungen, alles wird mit deutscher Ingenieurskunst genauestens geplant und wenn nötig, zuerst im CAD-Programm auf dem Laptop ausgetüftelt, bevor es in die Tat umgesetzt wird. Hier können die beiden den Ingenieur in sich herauslassen und das im Studium gelernte anwenden. Jeder Auftrag wird mit so viel Begeisterung und Einsatz umgesetzt, dass jede noch so unrealistische Deadline gehalten wird, auch wenn dafür mal eine etwas längere Schicht notwendig ist und vermutlich nicht mal der Auftraggeber selbst wirklich daran geglaubt hat.

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    Wir hoffen die Jungs drücken ihren einzigartigen Kreationen weiterhin ihren Stempel auf und inspirieren weiterhin Andere dazu, es ihnen gleichzutun. Wir hoffen auf weitere Gallische Dörfer gegen die Langweiler-Möbelindustrie. Der ideale Anfang wäre da zum Beispiel ein Kurs im Hobbyhimmel. Weitere Infos über Kesselholz Design erhaltet ihr hier.

    Photo Credits: Marc Schwarz

  • Craftwort erblickt das Licht der Welt

    Craftwort [ˈkraftvɔrt] – Deutschlands Online Mag für handwerklich hergestellte Produkte aller Art.

    pexels-photo-26738 KleinMit „Craftwort“ wollen wir etwas beitragen! Wir wollen euch an unserer Begeisterung für handgemachte Produkte teilhaben lassen und dabei helfen, kleine und noch unbekannte Firmen und Manufakturen etwas bekannter zu machen. Wir wollen euch handgemachte Produkte vor allem aber die Menschen und Geschichten dahinter vorstellen. Menschen, die sich ihrer Leidenschaft widmen und mit Einsatz und Begeisterung alte Traditionen wiederaufleben lassen oder neue Wege gehen um qualitativ hochwertige Produkte herzustellen.

    In Zeiten von seelenlosem Plastik, digitalem Design-Einheitsbrei und charakterlosen Wegwerfprodukten ist es Zeit für eine Rückbesinnung hin zu Genuss, Qualität und Leidenschaft. Und so schreiben, knipsen, filmen und portraitieren wird die Macher unserer Zeit. Die Kreativen, sowie die Rational-Genialen. Die Hinschmeißer und Aufsteher. Die Visionäre und Bodenständigen. Die Handwerker, Designer, Näher, 3D Drucker, 2D Hingucker, Brauer, Köche, Winzer, Konditoren…und jeden, der eine spannende Craft-Story hat.

    wood-architect-table-work klein„Craft“ ist selten, analog, manchmal laut und manchmal auch (sündhaft) teuer. Auf jeden Fall aber handgemacht, speziell, von besonderem Charakter und manchmal sogar Begleiter für ein Leben lang.

    Wir verstehen „craft“ nicht als Trend, sondern als Renaissance und einsetzendes Umdenken und möchten unsere Begeisterung für aller Art der „Craft-Produkte“ mit euch teilen.

    Helft uns dabei und tragt „Craftwort“ in die Welt.

    – Craftwort 2016 –

  • Achthundertsechsundfünfzig – Die Geschichte von Wild Gin

    856  – das ist die Buslinie von Bonn-Bad Godesberg nach Oedingen. 856 – das ist die Ortsvorwahl eines Gebiets im Südwesten des US Bundesstaats New Jersey. Und – 856 ist das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung von Grombach, einem kleinen Dorf im Landkreis Heilbronn, das zur Stadt Bad Rappenau gehört.

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    Genau genommen tut das aber alles überhaupt nichts zur Sache und hat mit unserer Geschichte rein gar nichts zu tun. Was aber wirklich zählt ist, dass es dieses Jahr genau 856 Flaschen von Markus Eschers neuem Wild Gin gibt – nicht mehr und nicht weniger! Wild Gin, das ist der erste regionale Gin aus den Remstaler Weinbergen, genauer gesagt aus Schwaikheim, einer kleinen Gemeinde rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart.

    Wild Gin wurde von Markus Escher und seiner „Edeldestillatmanufaktur Aromenjäger“ ins Leben gerufen und nach 435 Flaschen im letzten Jahr können, oder besser gesagt, konnten in diesem Jahr eben genau 856 Flaschen des edlen Tropfens käuflich erworben werden. Zwar sind 2016 noch einige Flaschen zu haben, doch der Wild Gin ist nichts Alltägliches und dürfte daher auch 2016 wieder ausverkauft sein.

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    Die Herstellung von Gin ist grundsätzlich einfach. Außer einem Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Volumenprozent und Wachholderbeeren ist eigentlich nichts fest vorgeschrieben. So entstehen je nach Kreativität des Schöpfers sehr ausgefallene und zugegebener Maßen auch sehr leckere Gin Sorten. Häufig jedoch werden die zur Herstellung benötigten Kräuter und Gewürze einfach beim Großhändler erworben und lediglich in neutralem, aber ebenfalls zugekauften, Alkohol eingelegt. Dies trifft definitiv nicht auf alle Hersteller zu und viele bieten einen großartigen handgemachten Gin an. Häufig jedoch entspricht dies aber nicht unserem Verständnis von „handgemacht“, auch wenn das Marketingkonzept dem Konsumenten das verkaufen möchte.

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    Beim Wild Gin ist das anders – er ist eine hochprozentige Liebeserklärung an die Natur und könnte handgemachter fast nicht sein! Die Wildkräuter, die ihm sein besonderes Aroma verleihen, werden mühevoll von Hand gesammelt und sind wild zwischen den Rebstöcken des familieneigenen Weinguts gewachsen. Ursprünglich waren sie lediglich ein Nebenprodukt, um als Zwischenbegrünung im naturnah und ökologisch bewirtschafteten Weingut den Boden aufzulockern und die Rebstöcke besser mit Luft zu versorgen.

    Die wundervollen Düfte von Brennnessel, Lavendel, Melisse, Wacholder und vielen anderen Wildgewächsen zwischen den Rebstöcken brachten Markus Escher – eigentlich gelernter Mechatroniker und derzeit Student der Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen – auf die Idee, daraus einen eigenen Gin zu kreieren.

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    Da der Alkohol nicht einfach nur zugekauft werden soll wird der Gin nach traditioneller Handwerkskunst in der alten und einst stark vernachlässigten Destille des Großvaters gebrannt in der auch die ebenfalls hervorragenden Destillate seiner Manufaktur „Aromenjäger“ aus regionalen und handverlesenen Birnen, Äpfeln, Trauben, Kirschen oder Wildkirschen entstehen. Das hierfür notwendige Know-how hat sich Markus in einem Kurs für Klein- und Obstbrenner an der Universität Hohenheim angeeignet.

    Und wenn auch der ein oder andere Versuch in die Hose ging, bis das perfekte Rezept für das einzigartige Wildkräuter-Aroma gefunden war – der Aufwand hat sich gelohnt! Die letzten Kritiker werden spätestens dann überzeugt, wenn man eine der nummerierten und von Hand abgefüllten Steingutflaschen öffnet und sich ein Gläschen einschenkt. Denn ein Schluck von Markus Eschers Wild Gin ist wie Kurzurlaub im Kräutergarten. Nur für einen Moment die Augen schließen und die Aromen und Düfte auf sich wirken lassen. Die Wildkräuter übernehmen den Rest.

    Viel Spaß im wilden Urlaub!

    Photo Credits: Marc Schwarz