Man erkennt gute Street Food Festivals, Markets und Weekends einfach an der Auswahl ihrer Nachspeisen. 2015 kam keiner an den florierenden Festen für handgemachtes Essen, Live-Musik und frische neue Drinks vorbei. Ein Trend aus den Metropolen dieser Welt hatte nun endlich seinen Weg nach Deutschland gefunden und breitete sich aus. In Hamburg und Berlin schon länger ein Thema schwappte diese neue Food-Kultur in alle Städte der Republik und brachte traditionelle Rezepte, neu interpretierte Kombinationen und Noch-Nie-Da-Gewesenes auf die Straße und direkt an die Geschmackssinne eines ganzen Landes.

Immer mittendrin und voll dabei: Vania und ihre Schwestern vom Züricher Strudelhaus Poushe. Wir haben mit Vania über die neue Straßenkultur, das Leben als Food Designerin und ihre großen Pläne gesprochen. Achtung Spoiler: es geht um nichts weniger als die Welt.

Hallo Vania und danke, dass du uns in das neue Poushe Deutschland Headquarter eingeladen hast. Noch ist hier Baustelle, aber bald plant ihr hier Großes. Von Zürich aus habt ihr bisher den deutschen Markt erobert und in euren Küchen die Öfen glühen lassen. Warum jetzt der Schritt nach Stuttgart?

Wir möchten Neues erleben, schöne Städte bereisen und dabei wachsen. In Stuttgart hatten wir unseren ersten großen Auftritt in Deutschland, das Street Food Festival am Nordbahnhof, es war ein riesiger Erfolg. Dieser brannte sich tief in unsere Herzen ein und von da an war klar, dass wir bleiben wollen.

Die Street Food Veranstaltungen im letzten Jahr waren demnach ein guter Indikator, um den deutschen Markt zu sondieren. Ihr eröffnet jetzt Anfang 2017 ein Deli in Stuttgart. Was plant ihr dort und was kommt danach von Euch?

Wir möchten den Genuss unserer Poushe Strudel den Leuten näher bringen. Wir sind aufgewachsen in einer magischen Welt voller Kunst, Gebäck, frischen Salaten, Musik, Kaffeegeruch am Morgen, fliessendem Wein am Abend und den süßen und salzigen Strudeln unserer Großmütter. Diese Energie möchten wir weitergeben. Das Stuttgarter Strudelhaus wird die erste Filiale außerhalb der Schweiz und somit der Prototyp für weitere Filialen die vielleicht bald die europäischen Grenzen überschreiten.

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Essen und Trinken steht weltweit zugleich für Lifestyle, Freundschaft und Genuss. Immer wieder neue Konzepte gehen an den Start. Viele Restaurants, Cafés und Delis entstehen auf Grund der Leidenschaft für die Zubereitung der Gerichte, der Auswahl der Zutaten oder der individuellen Einrichtung der Räumlichkeiten. Was macht ein Poushe Strudelhaus aus und wofür schlägt dabei dein Herz?

Es ist eine Tradition für jede Generation. Wir haben ein uraltes Produkt mit viel Liebe fürs Detail neu interpretiert und ein modernes und urbanes Ambiente geschaffen. Das Zelebrieren eines Luxusguts, in unserem Falle der Poushe Strudel aus frisch auserlesenen Früchten und von Hand gewickelt, ist eine Kunst. Es ist unsere Antwort zu der Standardisierung und Industrialisierung. Wir möchten nicht verzichten auf das Geniale, Innovative und Neue, zugunsten einer Industrialisierten Programmierung die dein täglich Brot zu einer Massenware anfertigt. Dieses Essen ist Seelenlos, der Körper wird gesättigt, der Geist nicht.

Der Hunger nach immer neuen, innovativen Konzepten. Die Kurzlebigkeit von Trends. Und trotzdem immer eine Prise Skepsis gegenüber zu ausgefallenen Produkten. Wie schafft man es langfristig da etwas aufzubauen und die Kunden immer wieder zu überzeugen?

In einer flachen Welt möchte man Tiefe erleben. Mit dem Poushe Strudelhaus haben wir uns einen Ort erschaffen in dem wir unser Potenzial ausleben und uns weiterentwickeln können. Unsere Moralvorstellungen versuchen wir in unseren Läden und in unseren Produkten wiederzugeben. Dies hat dazu geführt, dass unsere Firmenkultur sehr stark ausgeprägt ist. Ist sich eine Gruppe von Menschen wirklich einig, dann ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile: nicht mehr eine Ansammlung von Individuen, sondern eine Einheit, eine vereinte Kraft. Man wird nie alle ansprechen können, aber wenn man an seine Wertvorstellungen glaubt wird immer einer da sein der diese teilt.

Always think positive! Eine Einstellung die euch auszeichnet. Um was handelt es sich bei dieser Backtradition in euren Backstuben?

Das was wir essen soll den Körper und die Seele nähren. Wir sind überzeugt dass positive Gedanken beim Backen oder Kochen dazu beitragen, dass man sich hinterher wohl fühlt.

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Sheldon Cooper prägte „Bazinga“ und ihr haucht dem bulgarischen Banitza neues Leben ein. Was verbindet euch mit den Strudeln, für die euch Nachtischfetischisten lieben?

Karamellisierter Zucker und Zimt in der Luft. Auf dem Holz beheizten Ofen köchelt Lindenblüten Tee. Das kleine Zimmer unserer Großmutter ist einfach eingerichtet, ein Bett ein Tisch und dieser wunderschöne kleine Ofen, den mein Großvater mit Feuerholz füttert. Aus dem kleinen Fenster sieht man die Herbstblumen im Garten, die prallen Äpfel an den dünnen Ästen, rote Tomaten und saftige Melonen. Endlich ist die Kürbis-Zimt-Banitza fertig und wir Kinder können es nicht abwarten, dass diese endlich abkühlt und wir mit unseren kleinen Zähnen hineinbeißen können. Unsere Heimat verbinden wir mit dem Essen. Heute nennen wir die Banitza Strudel, wir sind nicht mehr in Großmutters Stube, sondern in einem schönen und gemütlichen Café. Zimt und Karamell sind in der Luft und ich stelle mir vor wie ich aus dem kleinen Fenster rausschaue und unser Großvater winkt uns zu.

Wow das waren sehr bildgewaltige Worte. Danke Vania für dieses tolle Interview. Eine letzte Frage noch, bevor du wieder in die Testküche gehst: Australischer Surfer + Mohnstrudel, Kalifornischer Start-Upper + Apfel-Zimt-Strudel oder Südafrikanischer Basejumper + Amarula-Amarena-Strudel. In welchem außereuropäischen Land wird das erste Strudelhaus eröffnen?

Cherry Blossom Vanilla Raspberry Strudel & Japanese Cosplayer. Tokyo wäre eine schöne Adresse 🙂

Übrigens: Das Poushe Strudelhaus in Stuttgart eröffnet im Januar 2017 am Vaihinger Rathausplatz
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Photo Credits: Poushe Strudelhaus